Stendal l Vier Varianten für die Neugestaltung des Schadewachten sind in den vergangenen Wochen und Monaten diskutiert worden. Vor allem in der Form der Parkordnung unterschieden sie sich. Parallel, senkrecht oder vielleicht in der Mitte? Schon im Stadtentwicklungsausschuss war überlegt worden, die parkenden Autos gänzlich aus dem Schadewachten zu verbannen. Die Fraktion Die Linke/Bündnis 90-Die Grünen brachte in den Stadtrat einen Antrag ein, der die Prüfung zum Bau von stadteigenen doppel- oder mehrgeschossigen Parkdecks vorsah.

Ohne aktuelle Zahlen keine gute Planung

„Seit mehreren Jahren warten wir in der Hansestadt Stendal auf einen möglichen Investor für ein innerstädtisches Parkhaus“, heißt es darin. Konkrete Angebote oder Bauabsichten lägen bisher nicht vor. Tatsache sei, dass immer noch mehr als 200 Parkplätze in Innenstadtnähe fehlen. Mit den Planungen für den Ausbau der Straße Schadewachten sei deutlich geworden, dass Planungsvarianten oft an den fehlenden Parkplätzen scheitern. Zukunftsfähige Planungsansätze für künftige Straßensanierungen ließen sich eben nur verwirklichen, wenn es der Hansestadt Stendal gelinge, das Parkplatzproblem großzügig zu lösen.

Herbert Wollmann, Fraktionsvorsitzender von SPD/FDP/Piraten/Ortsteile, bezweifelte, dass tatsächlich 200 Parkplätze in der Innenstadt fehlen. „Das Parkraumkonzept ist seit 2015 nicht weiterentwickelt worden“, bemängelte er. Ohne aktuelle Ergebnisse könne es auch keine vernünftige Planung geben. Vor drei Jahren war es zuletzt um das Parkraumkonzept gegangen, nachdem die Bürgerbefragung mehrheitlich ein Parkverbot auf dem Sperlingsberg ergeben hatte. Ein umfassendes Parkraumkonzept, das nicht nur den Ist-Zustand wiedergibt, sondern auch Handlungsempfehlung aufzeigt, hatte es 1995 gegeben. Dies war von einem Fachbüro in Bochum erstellt worden.

Diskussion seit 17 Jahren

„So könnten mehrgeschossige Parkdecks im Bereich zwischen Brüderstraße und der Deichstraße, auf dem Parkplatz am ehemaligen Schlachthof, im Bereich zwischen Schadewachten und Südwall oder an anderer Stelle entstehen“, werden in dem Antrag auch Standortvorschläge unterbreitet.

Dirk Hofer (CDU/Landgemeinden) kritisierte die Auswahl. „Parkdecks an der Brüderstraße sind nicht wirtschaftlich zu realisieren“, sagte er. Sein Fraktionsvorsitzender Hardy Peter Güssau bemerkte, „dass dieses Thema nun schon seit 17 Jahren nicht funktioniert hat“. So lange ist es her, dass die Kommunalpolitiker erstmals über ein Parkhaus in der Innenstadt sprachen.

Schließlich schlug Katrin Kunert von der einbringenden Fraktion vor, das Thema in den Ausschüssen zu erörtern. Diese Initiative wurde vom Stadtrat angenommen.