Stendal l Seit zwei Jahren forscht eine Gruppe um Professor Günter Mey von der Fachhochschule Magdeburg-Stendal zur Jugendkultur in der Rolandstadt. Insbesondere die Jahre zwischen 1950 und 1990 sind anhand von Zeitzeugengesprächen und Recherchen beleuchtet worden. Mehr als 30 geführte Interviews sowie Fotos und Gegenstände haben so ein Stück Geschichte lebendig werden lassen.

Seit feststeht, dass die Ergebnisse vom 22. April bis zum 18. August kommenden Jahres in einer Ausstellung im Altmärkischen Museum zu sehen sein werden, wollen Günter Mey und die studentische Mitarbeiterin Aileen Piechocki einen erneuten, letzten Aufruf starten. „Die Stendaler sollen noch einmal in ihren Alben, im Keller oder auf dem Dachboden nachschauen, ob sich dort nicht doch noch Fotos oder Gegenstände aus ihrer Jugendzeit finden lassen.“

Suche nach Fotos und Plakaten

Aufnahmen vom Waldfrieden, der Seeterrasse, dem Elbpark, dem Haus der Jugend oder vom Eiscafé Pinguin – allesamt Orte, an denen sich Jugendliche trafen – werden gesucht. Aber auch Plakate von Disko- und Jugendveranstaltungen sowie Kinokarten oder selbstgemachte Kleidungsstücke würden die Ausstellung bereichern. „Außerdem suche ich noch immer nach einer Jukebox“, äußert Günter Mey einen seiner innigsten Wünsche.

Bilder

Die Ausstellung soll dann Geschichte(n) zum Anhören, Anschauen und Anfassen bieten. Drei Räume werden gestaltet, jeder widmet sich mit Musik, Kleidung und Orten einem Thema, wobei die Übergänge fließend sind. Doch nicht nur an der Ausstellung, auch am Beiprogramm wird gefeilt.

Monatliche Matinée

„Monatlich soll es eine Matinée geben, die sich schwerpunktmäßig jeweils mit den 50er, 60er, 70er und 80er Jahren beschäftigt“, sagt Piechocki. Zeitzeugen sollen bei den Veranstaltungen zu Wort kommen, ebenso sollen diese an Orten stattfinden, „die passend zu dem Jahrzehnt für die Jugend bedeutend waren“.

Ebenfalls vorgesehen sind Kooperationen mit kulturellen Einrichtungen in der Stadt. Mit dem Theater der Altmark könnten Lesungen realisiert werden, auch eine Zusammenarbeit mit dem Uppstall-Kino ist für Mey denkbar. Fest steht bereits, dass sich die Wissenschaft am 15. und 16. Juni im Rahmen einer Tagung mit dem Thema auseinandersetzen wird.

Wie sah Jugend in der DDR aus

Die Forschungsgruppe freut sich darauf, die Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit präsentieren zu können. „Die vielen kleinen Geschichten lassen sehr anschaulich werden, wie Jugend in der DDR ganz konkret in Stendal aussah.“

Wer etwas zur Ausstellung beisteuern möchte, kann zu Günter Mey (03931/218 70; guenter.mey@hs-magdeburg.stendal.de) oder zum Altmärkischen Museum (Gabriele Bark, 03931/65 17 02; gabriele.bark@stendal.de) Kontakt aufnehmen.