Stendal l Superintendent Michael Kleemann – und sicher auch manch Teilnehmer an der Herbstsynode des Evangelischen Kirchenkreises – wird der 10. November 2018 in guter Erinnerung bleiben. Zum einen, weil Kleemann wenige Tage nach seinem 20-jährigen Dienstjubiläum seine dritte Amtszeit als Superintendent antrat – dies übrigens bis zu seinem voraussichtlichen Ausscheiden in sieben Jahren. Er tat das mit dem Segen des Personaldezernenten der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland, Michael Lehmann, des Regionalbischofs, Probst Christoph Hackbeil, und der Präses der Kreissynode, Barbara Synder, im Rahmen eines feierlichen Gottesdienst.

Zum Feiern der freudigen Botschaft in Form der von Landesbischöfin Ilse Junkermann unterzeichneten Berufungsurkunde fand der Superintendent allerdings vorerst keine Zeit. Die Pflicht rief ihn und die Synodalen (50 dieser gewählten Interessenvertreter der rund 21.000 Christen im Kirchenkreis Stendal gibt es) in den Cordatussaal des Stendaler Doms. An der dort tagenden Herbstsynode war es, über den Haushalt des Kirchenkreises für das kommende Jahr zu entscheiden.

Zwei Millionen Euro für Bauvorhaben

Der wird ein in Einnahmen und Ausgaben ausgeglichener sein. Anders gesagt: Alles, was der Kirchenkreis im kommenden Jahr an Arbeit zu leisten haben wird, ist finanziell gedeckt. Beispiel aus dem Baubereich: 2,2 Millionen Euro stehen 2019 zur Verfügung, um die Kirchengemeinden bei ihren Bauvorhaben zu unterstützen. Vier solche nannte Dorothee Westphal, Amtsleiterin des Kreiskirchenamtes. Es sind die anstehende Turmsanierung der Kirche in Klein Schwechten, der Beginn der Innenausmalung im Stendaler Dom, der letzte Bauabschnitt (Dachsanierung) der Werbener Kirche und der Ausbau von Wohnräumen im des Dachgeschoss des Möringer Pfarrhauses.

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Einem solchen Haushalt stimmt man gern zu. Die 38 anwesenden Synodalen taten es. Ernster wurden deren Minen, als die Synode auf die personelle Absicherung der Kirchenarbeit zu sprechen kam. Auf der einen Seite sinken die Mitgliederzaheln der Kirche, auf der anderen werden die Vorgaben an Mitgliederzahlen, die von einer Pfarrstelle aus zu betreuen sind, nach oben geschraubt. Das Ergebnis: Seit 2015 sank die Zahl der Stellen im Verkündigungsdienst im Kirchenkreis von 40 auf 33, die es rein rechnerisch 2019 noch wären. Doch, da war sich die Kreissynode einig: Schon mit den derzeit 36,6 Stellen sei die personelle Situation bis zum Zerreißen angespannt. Darum wollen die Synodalen keine weitere Reduzierung zulassen.

Jugendpfarrer und Sicherheit für Schönhausen

Noch gilt der alte Stellenplan mit jenen 36,5 Stellen (von denen drei allerdings derzeit nicht besetzt sind). Und diese Stellen sollen auch im neuen Stellenplan festgezurrt werden. Er wird auf der Frühjahrs- synode 2019 zu beschließen sein. Beschlossen wurde in Sachen Personal auch am Sonnabend bereits erfreuliches. So wird die Stelle eines Stadtjugendpfarrers eingerichtet und wird die Pfarrstelle in Schönhausen dadurch zukunftsfest gemacht, dass der Stelleninhaber auch die Kreispfarrstelle für Öffentlichkeitsarbeit übernimmt. Diese Stelle wird zudem entfristet, was eine gewisse Sicherheit und Zukunftsperspektive geben soll.