Impfaktion

Mehr als 800 Senioren in Tangerhütte haben ihre erste Impfung gegen das Corona-Virus erhalten

Von Rudi-Michael Wienecke

Tangerhütte

Udo und Gerlinde Marzahn waren sehr zufrieden: „Es gab keine Wartezeiten und die Impfung war auch gut vorbereitet. Alle Mitarbeiter haben Ihre Aufgaben bestens erfüllt“, lobte das Tangerhütter Ehepaar die Organisatoren der gestrigen Immunisierungsaktion in der Sporthalle am Tangerhütter Werner-Seelenbinder-Ring. Wie die Marzahns sind nun auch über 800 weitere Bürger aus der Einheitsgemeinde froh, endlich ihre erste Spritze gegen das Corona-Virus bekommen zu haben.

Sebastian Stoll (CDU) mit Auftakt der dezentralen Impfungen zufrieden

Bereits mit dem dezentralen Impfauftakt in Tangermünde am Mittwoch war der zuständige Dezernent des Landkreises Stendal, Sebastian Stoll (CDU), sehr zufrieden. „738 Personen wurden geimpft, wir hatten sehr gute Mitarbeiter und erhielten nur positive Resonanzen“, so seine kurze Bilanz. Auch auf das Team in Tangerhütte konnte er sich verlassen. Neben vielen Helfern aus der kommunalen und der kreislichen Verwaltung sorgten 22 Leute der Bundeswehr, des DRK und der Johanniter-Unfallhilfe für einen reibungslosen Ablauf. Drei Ärzte klärten die Impfwilligen auf und in sechs Zelten bekamen diese intramuskulär die Spritzen gesetzt. Dafür, dass auch die Technik mitspielte, sorgten zwei Informatiker.

Rund 1300 Bürger aus der Kernstadt und den umliegenden Dörfern, im Alter ab 76 Jahre, waren berechtigt die Spritze zu bekommen und wurden informiert. Zwei Tage waren dafür eingeplant, durch die gute Vorbereitung konnte der für heute geplante Termin aber gestrichen werden. „Alle, die sich gemeldet hatten, bekommen heute ihre Spritze“, so der Tangerhütter Bürgermeister Andreas Brohm (parteilos) gestern. Der erste Beigeordnete Stoll nennt einen weiteren Vorteil: Hätte man am heutigen Termin festgehalten, wäre die Zweitimpfung für diesen Personenkreis Himmelfahrt fällig gewesen. Das bleibe nun den zu Impfenden und dem dafür notwendigen Personal erspart.

Rund 500 Impfberechtigte aus der Einheitsgemeinde Tangerhütte erschienen gestern nicht. Bleiben diese ohne Immunisierung? „Bis Stand Ostermontag bekamen 10.025 Personen im Stendaler Impfzentrum ihre Spritze. Darunter waren mit Sicherheit auch Tangerhütter Bürger“, so die Antwort von Stoll. Außerdem hätten Einwohner dieser Kommune auch die Möglichkeit gehabt, sich in benachbarten Impfzentren immunisieren zu lassen.

Noch bis zum 22. April sei die Impfkolonne des Landkreises in den Kommunen unterwegs, „bis dahin haben 13.525 Menschen von uns ein Impfangebot bekommen“, nennt Stoll Zahlen. Das seien formell alle Angehörigen der Kategorie I und es komme dann die Kategorie II, alle ab 70-Jährigen, an die Reihe.

Hohe Impfquote unter den Senioren dank Biontech

Übrigens wird bei den dezentralen Aktionen ausschließlich Impfstoff des Marke Biontech gespritzt. „Bei der derzeitigen Diskussion um Astrazeneca hätten wir mit diesem Mittel die hohe Impfquote nicht erreicht“, ist sich Stoll sicher. Die Leute hätten gezielt am Telefon nachgefragt. Astrazeneca stehe indes bei Bedarf im Stendaler Impfzentrum für den Personenkreis der über 60-Jährigen zur Verfügung.

Es geht also voran mit der Corona-Bekämpfung im Landkreis Stendal, aber nur, weil man sich hier für eine eigene Immunisierungslogistik entschieden habe, sind sich Stoll und Brohm sicher. Das System des Landes bezeichnete der Erste Beigeordnete dagegen als „blanke Katastrophe“, telefonisch habe das nicht funktioniert.

Der Landkreis Stendal habe dagegen seine Aktion seit Januar generalstabsmäßig geplant und bis zur „letzten Minute wurde programmiert“, so Stoll. „Das war spannend und für eine Verwaltung eher ungewöhnlich“, freut er sich über die Flexibilität in kürzester Zeit, die habe nur in enger Zusammenarbeit mit den Kommunen an den Tag gelegt werden können.