Stendal l Etwa hundert Personen haben am Montagabend in Stendal bei einem Spaziergang durch die Innenstadt gegen die Corona-Restriktionen für Gastronomen und Kulturschaffende demonstriert. Initiiert hatte die Aktion Annegret Spillner, Inhaberin des Krumker Kavalierhauses. „Wir planen, die Aktion ab sofort an jedem Montag zu wiederholen“, sagte die Organisatorin der Volksstimme.

Sie hatte die Demo zuvor beim Landkreis Stendal angemeldet und in sozialen Netzwerken um Teilnahme geworben. Begleitet wurde der Zug von einem Mitarbeiter des Ordnungsamtes des Landkreises und acht Einsatzkräften der Polizei. In irgendeiner Weise eingreifen mussten sie nicht, wie Tanja Köhnke vom Polizeirevier Stendal mitteilt.

Im Vorfeld hatten die Veranstalter auf die Maskenpflicht und die Einhaltung des Mindestabstandes von 1,5 Metern zwischen den Demonstranten hingewiesen. In der Realität nahm es jedoch nicht jeder Teilnehmer damit allzu genau. Gleichzeitig distanzierten sich die Organisatoren von links-und rechtsextremistischen Gedankengut gleichermaßen.

Angeschlossen hatten sich dem Zug auch Betreiber von Fitnessstudios und andere Selbstständige. „Wir sehen die Auflagen für Gastronomen als unverhältnismäßig an. Es wird nicht berücksichtigt, dass wir im Frühjahr umfangreiche Hygienekonzepte erarbeitet haben“, erklärte Annegret Spillner den Hintergrund der Aktion.

Dabei ginge es nicht darum, die Existenz des Virus zu leugnen. Ein Teilnehmer, der während des insgesamt sehr ruhigen Zuges den Slogan „Frieden, Freiheit, keine Diktatur“ anstimmte, wurde von den Ordnern in die Schranken gewiesen. Explizit ausgeladen waren Corona-Skeptiker allerdings auch nicht. Dem Aufruf zu Folge, der im Internet kursierte, würde die Einstellung zur Corona-Problematik kein Kriterium sein, um sich dem Umzug anzuschließen.