Stendal l Wie können die Bedingungen zum Sporttreiben in Stendal verbessert werden? Wie kann die Kommune die Lust auf Sport und Bewegung wecken? Diese Fragen soll eine Studie beantworten, die voraussichtlich im Frühjahr des kommenden Jahres vorliegen wird. Für die Studie hat sich die Stadt das Institut für kommunale Sportentwicklung ins Boot geholt. Während der Sitzung der städtischen Kultur-, Schul- und Sportausschusses in dieser Woche erläuterte Professor Michael Barsuhn vom Institut für kommunale Sportentwicklung, das seinen Sitz in Potsdam hat, Ziele und Herangehensweise der „fachwissenschaftlichen Betrachtung“.

Sanierungsstand

Sie solle Perspektiven für Sport und Bewegung für die nächsten zehn bis zwölf Jahre in der Hansestadt Stendal aufzeigen, erzählte Barsuhn. Um die derzeitigen Möglichkeiten auszuloten und die Vorstellungen der Einwohner zu erkunden, wird es eine anonymisierte Bürgerbefragung geben. Dazu werden 4000 Bürger per Stichprobe ausgewählt, um ein repräsentatives Ergebnis zu erzielen. „Dabei werden wir nicht nur Vereinsmitglieder befragen“, erklärte Barsuhn. Es soll erkundet werden, welche Motivation die Stendaler für Sport und Bewegung haben, wo sie Sport treiben beziehungsweise ihrem Bewegungsdrang nachgehen. „Bei Bürgern, die sportlich inaktiv sind, werden wir auch charmant nachfragen, welche Angebote sie sich wünschen“, sagte Barsuhn.

Neben der Bürgerbefragung erfolgt unter anderem eine Bestandsaufnahme der Sportstätten, bei dem Sanierungsstand und Flächen erfasst werden sowie eine Fotodokumentation der Stadt einfließt. Zudem nimmt das Institut für kommunale Sportentwicklung eine Analyse der Vereinsarbeit vor. Daraus werden letztlich Handlungsempfehlungen für die Stadt abgeleitet.

Kosten: 40.000 Euro

Ein Ziel sei es, Sport- und Stadtentwicklungskonzept auf einander abzustimmen, so Barsuhn. Er nannte als Stichwort Multifunktionalität. „Stätten für Vereins- und Schulsport sollten auch Möglichkeiten beispielsweise zum Joggen und Radfahren, auch zum Spazierengehen verbunden werden“, sagte Barsuhn. Er vertritt die Meinung, dass Bürger nicht nur „Norm-Sportstätten“ für Sport und Bewegung nutzen, sondern immer häufiger auch Grünanlagen. Darauf müsse sich eine Kommune einstellen.

Ausschussmitglied Herbert Wollmann, Vorsitzender der Fraktion SPD/FDP/Piraten/Ortsteile, begrüßte, dass der „nichtorganisierte Sport stärker in den Vordergrund gerückt wird“. Die Kosten des für die Studie belaufen sich auf 40.000 Euro erklärte Amtsleiter Torsten Mehlkopf auf Nachfrage von Anette Lenkeit (SPD/FDP/Piraten/Ortsteile).