Stendal l Die Brüder Gerit und Mirko Hübener haben vor kurzem ein rund 12.000 Quadratmeter großes Gelände am Stendaler Justizzentrum „Albrecht der Bär“ gekauft. Vor drei Jahren wollte dort noch der Investor Peter zum Felde Wohnhäuser schaffen und den alten Pferdestall abreißen. Zum Felde hatte auch das benachbarte Industriegebiet „Uenglinger Berg“ entwickelt und wollte auch dort noch weiter investieren und einen Lebensmittelmarkt, eine Waschstraße und einen Backshop ansiedeln. Die Pläne wurde letztendlich von der Verwaltung und dem Stadtrat abgelehnt, da sie mit dem Bebauungsplan von 1999 nicht konform gingen. Allerdings hatte das Wohnbauprojekt einige Fürsprecher.

Interessant für Kanzleien und größere Firmen

Mit ihrem Investoren-Projekt scheinen die Brüder Hübner von der Firma Progressio allerdings auf ein breiteres Wohlwollen in Politik und Verwaltung zu stoßen. Sie stellten ihr Vorhaben unlängst im Stadtentwicklungsausschuss vor. „Wir denken, dass es ein größeres Interesse an großen Büroflächen gibt“, sagte Gerit Hübener. Dementsprechend soll das historische Kasernengebäude saniert werden und eine Bürofläche von rund 1000 Quadratmetern erhalten. Insgesamt sollen rund drei Millionen Euro in das Vorhaben gesteckt werden.

Mit Architekten, Fachplanern, Statikern und Handwerkern soll das Vorhaben schlüsselfertig für Kaufinteressenten erstellt werden. Sie können sich dabei insbesondere Kanzleien oder überregional tätige Unternehmen als Käufer vorstellen.

„Wir wollen modernen Büroraum bieten“, sagte Hübener. Dabei solle die alte Bausubstanz erhalten bleiben und auch sichtbar gemacht werden. Dies soll dem Gebäude den gewissen Charme und eine Seele geben. Schon bald werde es eine 3-D-Planung geben, danach werden in diesem Jahr weitere Detailplanungen folgen. Als Baubeginn ist das kommende Jahr avisiert.

Namen mit Bauprojekt in Tangermünde gemacht

Die jungen Brüder, die ursprünglich aus Grieben stammen, haben sich in den vergangenen Jahren als Projektentwickler in Tangermünde einen Namen gemacht. Dort haben sie die sogenannten „Höfe am Markt“ saniert und dort neun Eigentumswohnungen geschaffen. Die dort entstandenen Wohnungen seien so beliebt gewesen, dass sie zur Hälfte an Menschen von außerhalb der Region verkauft werden konnten. „Wir haben es geschafft, dass Leute hierher gezogen sind“, sagte Gerit Hübener im Ausschuss. Es seien außergewöhnliche Loftwohungen mit einem „hochwertigen Stil“ entstanden.

Für die „Höfe am Markt“ waren die Brüder im vergangenen Jahr mit dem Stiftungsaward der Stadt Tangermünde für „herausragende Sanierung“ ausgezeichnet worden.

Im Stadtentwicklungsausschuss hatte es von Joachim Röxe (Linke) die Nachfrage geben, ob denn auch eine Wohnbebauung geplant sei. Man wolle sich zunächst auf das Büroprojekt konzentrieren, sagte Gerit Hübener. Weitergehende Pläne seien jedoch durchaus denkbar. Planungsamtsleiter Axel Achilles wies darauf hin, dass auf dem Areal laut Bebauungsplan derzeit ausschließlich Gewerbe vorgesehen ist.

Im Übrigen wurde die Husarenkaserne, zu der auch die nun zu sanierenden Bauruine gehörte, 1905 eingeweiht. Das Kasernenareal wurde nach der Wende von Mitte der 1990er Jahre bis 2009 zum Justizzentrum umgebaut.