Tangermünde l Im Jahre 2009 erlebte die Kaiser- und Hansestadt ein ganz großes Fest. 1000 Jahre waren damals seit der ersten urkundlichen Erwähnung der Burg Tangermünde vergangen. In diesem Jahr ergibt sich daraus eine einmalige Zahlenkonstellation: Im Jahre 1009 erstmals erwähnt und heute 1009 Jahre alt, schreiben wir die Summe beider Zahlen – das Jahr 2018. Dem Tangermünder Torsten Ladwig war das mit Blick auf die bevorstehenden zweieinhalb Festtage aufgefallen.

Und 1009 Jahre nach der Ersterwähnung sowie im 31. Jahr des Burgfestes gehen die Tangermünder langsamen Schrittes wieder den Weg zurück zu mehr Mittelalterfestcharakter. Mit Blick auf die jüngste Vergangenheit wächst das Angebot auf dem Burgberg. Zu den großen, wunderschönen mittelalterlichen Spielen gesellten sich am Wochenende ein Mäuseroulette, ein Riesenrad-Nachbau aus dem Jahre 1600 mit unterhaltsamem Betreiber-Duo, eine Wahrsagerin, Armbrustschießen und ein Eierknacker. Auch das altmärkische Lehensaufgebot war wieder mit dabei und entführte in das Leben um 1200.

Zwischen Schlosshotel und Kapitelturm

„Ich finde es wunderschön anzusehen, dass dieser Teil des Festes Jahr für Jahr größer wird“, freute sich beispielsweise Irmgard Wiedenhöver aus Tangermünde. Aber auch Besucher aus der Nähe von Potsdam, ein Berliner Paar mit drei Kindern, ehemalige Tangermünder mit Kindern, die hier bei Eltern zu Besuch waren, konnten gar nicht von den Mittelalterangeboten lassen.

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Eingebettet war all das in musikalische Sequenzen und gastronomische Angebote, die das Areal zwischen Schlosshotel und Kapitelturm mehr als im Vorjahr füllten.

Zwischen Neustädter Tor und Eulenturm

Zwischen Neustädter Tor und Eulenturm, unterhalb der Burg sowie an Hafen und Elbe waren es wieder die zahlreichen Händler und einige wenige Straßenkünstler, die vorrangig regionalen Musikformationen, die bei den Gästen des Festes gut ankamen. Überall in der Stadt wurde der Musik gelauscht, tanzten die Besucher zu den Rhythmen. Neu im Stadtbild war die am Samstagabend vor dem „Zipfel“ inszenierte Kuba-Atmosphäre. Zu lateinamerikanischen Klängen tanzte eine Gruppe von Männern und Frauen gekonnt und anmutig.

Wie in jedem Jahr schoben sich geben 22 Uhr Menschenmassen an Elbe und Hafen entlang. Sie alle wollten das Höhenfeuerwerk sehen, das für fast 15 Minuten die schönsten pyrotechnischen Farbenspiele an den Himmel zauberte und mit lautem Beifall bedacht wurde.

Während des Festempfangs am Samstagvormittag in der Alten Kanzlei, zu der die Verwaltung im Namen Kaiser Karls IV. Jahr für Jahr Ehrengäste einlädt, erklärte unter anderem Harald Steinmetz, zweiter stellvertretender Bürgermeister der Stadt Minden, die Ansprache vom Kaiser und auch Bürgermeister Jürgen Pyrdok (parteilos) für „kurz, knuffig und auf den Punkt gebracht“. Das erste Mal in Tangermünde beim Burgfest dabei, zeigte sich Steinmetz begeistert vom Fest und meinte: „Ich weiß, was ich jetzt in Minden zu verteidigen habe.“ Neben einem Gastgeschenk an den Bürgermeister hatte Steinmetz wohl kurzfristig mit seiner Frau ein „ost-westfälisches Flachgeschenk“ zusammengestellt. Sie hatten sich für eine persönliche Geldspende an die neue DRK-Kindertagesstätte „Sausewind“ entschieden.

Auseinandersetzung am Hafen

Unmut gab es bei einigen Standbetreibern am Bleichenberg über das nicht vorhandene Programm in großen Festzelt den gesamten Sonnabend über. Erst mit Radio SAW am Abend zog hier wieder Leben ein, kamen mehr Gäste an diesen Ort des Burgfestes. Auch war der Stammplatz für Weinhändler am Bleichenberg erstmals anderweitig belegt worden.

Kurz vor Samstagmitternacht kam es nach Polizeiangaben an der Hafenpromenade zur körperlichen Auseinandersetzung. „Aus einer Personengruppe heraus“, heißt es, seien ein 28-jähriger und 31-jähriger Stendaler mittels Schlägen und Fußtritten angegriffen wurden. „Der 28-jährige Geschädigte erlitt hierdurch eine Platzwunde an der Nase. Die Polizei konnte insgesamt 21 Personen feststellen, die möglicherweise im Zusammenhang zu den Taten stehen könnten. Die Personen sind syrischer sowie afghanischer Herkunft und zwischen 17 und 23 Jahre alt. Hinweise nimmt die Polizei Stendal unter 03931/68 52 91 entgegen.“