Stendal/Demker l Der Landkreis Stendal hat gegen den Milchviehbetrieb der Geven-Rabelink GbR in Demker Anzeige erstattet. Grundlage dafür sind laut einer Pressemitteilung Filmsequenzen aus der Sendung Stern-TV vom 9. Mai. Die Videomitschnitte dokumentierten erhebliche Verstöße gegen das Tierschutzgesetz. Gleichzeitig weist der Landkreis den Vorwurf zurück, er wäre seinen Kontrollpflichten nicht nachgekommen. Nach dem anonymen Hinweis vom 3. April habe das Veterinäramt am 9. April eine Kontrolle vorgenommen. Der Anrufer hatte auf zwei tote Rinder, die im Außenbereich abgelegt worden seien, hingewiesen, diese seien in der Zwischenzeit entsorgt worden. „Weitere Informationen lagen dem Landkreis nicht vor“, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Der Tierschutz liege allen am Herzen. Es müsse jedoch klargestellt werden, dass eine Behörde an Rechtsvorgaben gebunden ist. Ohne klare Hinweise seien Sanktionen, auch im Rahmen des Tierschutzes, rechtlich vage und nicht beweisbar.

Schriftlich Gewalt angedroht

Seit der Ausstrahlung in der vergangenen Woche sei Mitarbeitern der Kreisverwaltung schriftlich Gewalt angedroht worden. Gegen die Absender werde der Landkreis Stendal Strafanzeige erstatten.

Der Verein Soko Tierschutz hatte auf verschiedene Missstände aufmerksam gemacht. So seien verendete Tiere in einem Stall mit lebenden Rindern gelagert worden, bauliche Mängel hätten Verletzungsrisiken dargestellt und Tiere seien mit Messern traktiert worden. Die Betreiber der Anlage, Koert Geven und Marijke Rabelink, hatten die Vorwürfe zurückgewiesen und ihrerseits den Tierschützern unterstellt, manipuliertes Bildmaterial zu verwenden.