Stendal l Es ist der denkbar schlechteste Start ins Berufsleben: Ohne Abschlusszeugnis zumindest einer Hauptschule droht vielen jungen Menschen eine dauerhafte Abhängigkeit von Sozialleistungen. Die bundesweite Entwicklung lässt stark zu wünschen übrig. Etwa jeder 17. Jugendliche in Deutschland erreicht nach einer neuen Caritas-Bildungsstudie keinen Schulabschluss und hat damit nur stark eingeschränkte Jobchancen. Auch Markus Nitsch, Leiter der Stendaler Agentur für Arbeit, sieht diese Entwicklung mit Sorge, denn dieser Trend setzt sich auch in der Altmark fort. In einm Gespräch mit der Volksstimme erklärt er, wie er künftigen Schulabsolventen zum Abschluss verhelfen würde.

Herr Nitsch, wie würden Sie sich die Zukunft in der Altmark für potientielle Schulabgänger vorstellen?

Markus Nitsch: Weniger Schulabgänger ohne Schulabschluss. Kein Schulabschluss, das heißt oft später einmal Langzeitarbeitslosigkeit. Bei uns gibt es jedes Jahr leider viel zu viele Jugendliche ohne Abschluss, deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

Wo würden Sie ansetzen?

Ansetzen müssen wir schon in der Grundschule. Bei den Schülern, die zu scheitern drohen, weil sie keine Hausaufgaben mehr machen. Diese bekommen einen persönlichen Nachhilfelehrer, eine Studentin oder eine pensionierte Lehrerin. Die paukt nicht nur Stoff, sondern unterstützt durch ihr persönliches Interesse das Kind in seiner Entwicklung. Das Engagement der Nachhilfelehrer muss auch finanziell anerkannt sein, mit einem Stundenlohn, wie ihn Studenten auch sonst verdienen.

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Wie könnte man das finanzieren?

Das klappt nur, wenn sich auch Bürger und private Stiftungen begeistern und Patenschaften für Kinder übernehmen. Pro Jahr sind rund 1000 Euro pro Kind nötig. Erfahrungen aus anderen Städten zeigen, dass meist schon zwei Jahre ausreichen, um das Kind zu stabilisieren. Für die Zukunft der Altmark wäre das eine ausgezeichnete Anlage.

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