Wanzleben l Die Kultur ist im Wanzleber Rathaus eingezogen. Mit der von Bürgermeister Thomas Kluge (parteilos) ins Leben gerufenen Veranstaltungsreihe „Kultur im Rathaus“ will die Stadt einmal im Jahr nach seinem Bekunden all jenen Dank sagen, die in und für die Bürgerschaft der Einheitsgemeinde tätig seien. Sie alle aus den Vereinen und Verbänden, der Feuerwehr, der Wirtschaft, der Medizin und aus dem Bereich Soziales würden der Stadt Wanzleben-Börde ein liebenswürdiges Gesicht verleihen. „Es macht Laune, hier Bürgermeister zu sein“, sagte Kluge.

Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe zeigt der Klein Wanzleber Künstler Dieter Lahme in einer Personalausstellung unter dem Titel „Gouachen und Plastiken“ einen Querschnitt seines jahrzehntelangen Schaffens. „Ich bin stolz, diese Veranstaltungsreihe eröffnen zu dürfen“, sagte der 81-Jährige zum Premierenpublikum im Bürgersaal des Wanzleber Rathauses, unter das sich neben dem kunstinteressierten Publikum auch Sachsen-Anhalts Minister für Inneres und Sport, Holger Stahlknecht (CDU), gemischt hatte. Der Ressortchef begrüßte derartige Initiativen wie diese in Wanzleben, da sie zur Stärkung des ländlichen Raums beitragen würden. Fast 30 Jahre nach der politischen Wende spüre er bei den Menschen den Stolz auf das Erreichte. Einer aktuellen Studie, wonach sich Ossis und Migranten als Verlierer in der Gesellschaft fühlen würden, könne Stahlknecht inhaltlich nicht folgen.

„Ich mache keine kalte Kunst“, fuhr Dieter Lahme in der Beschreibung seiner künstlerischen Schaffenskraft vor dem Publikum fort. Dazu zählten auch die 40 Gouachen und 30 Plastiken, die bis zum 31. Oktober im Bürgersaal des Wanzleber Rathauses zu sehen sind. Während einer Schaffensperiode hat Lahme in den Jahren 1994, 1995 und 1996 in Mannheim seriell gearbeitet und hintereinander weg 7300 Gouachen geschaffen. Alle Gouachen sind auf der Rückseite nummeriert und tragen seinen Künstlerstempel. Die Malereien in Farbe oder in Schwarz-Weiß stehen alle unter dem von Lahme erschaffenen Titel „Ästhetik ist falsche Anwendung richtiger Prinzipien“.

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Versteigerung für Krebsforschung

Dieter Lahme stellte eine seiner Doppelgouachen für eine Versteigerung zu Gunsten der Mitteldeutschen Kinderkrebsforschung Leipzig zur Verfügung. „Die sind besonders schön und stammen aus meiner Privatsammlung, aber jetzt sind hier“, sagte der Künstler. Als Auktionatorin agierte die frühere Wanzleber Bürgermeisterin Petra Hort, die heute ehrenamtlich im Vorstand der Mitteldeutschen Kinderkrebsforschung arbeitet. „Das ist für mich das erste Mal“, gab sie zu verstehen und forderte das Publikum sogleich auf, Gebote abzugeben. Das Mindestgebot lag bei 80 Euro. Schnell gingen die Gebote aus dem Publikum nach oben. Schließlich ersteigerte die Wanzleberin Erika Machoi für 200 Euro die Doppelgouache. Wie sie sagte aus voller Überzeugung, dass die Arbeit der Kinderkrebsforschung wichtig sei. Zusammen mit weiteren Spenden kamen an diesem Nachmittag im Wanzleber Bürgersaal des Rathauses 810 Euro für die Mitteldeutsche Kinderkrebsforschung Leipzig zusammen.

Über die Höhe der Geldsumme freute sich auch Prof. Dr. Peter Vorwerk, Leiter der Pädiatrische Hämatologie und Onkologie der Universitätskinderklinik Magdeburg, der an Krebs erkrankte Mädchen und Jungen behandelt. „Wanzleben ist die Hauptstadt der Mitteldeutschen Kinderkrebsforschung“, sagte der Mediziner mit Blick auf die vielen Aktionen, die in den Jahren zu Gunsten der Stiftung hier stattgefunden haben, anerkennend. Daran trägt auch der aus Seehausen stammende Dirk Weinrich einen großen Anteil, der als Repräsentant der Mitteldeutschen Kinderkrebsforschung Leipzig für den Raum Magdeburg ehrenamtlich zuständig ist. Im Sommer wird er im Wanzleber Kulturhaus wiederum das Sommerfest der Stiftung organisieren, bei dem Menschen zusammenkommen, die sich der Kinderkrebsforschung eng verbunden fühlen.