Wanzleben l An ein normales kulturelles Leben mit zahlreichen Veranstaltung kann auch der Förderverein der Stadt- und Kreisbibliothek Wanzleben momentan nicht denken. Mit der Erklärung der Corona-Pandemie und dem Erlass der Eindämmungsverordnung mussten, wie die Vorsitzende des Fördervereins, Gudrun Tiedge, erklärt, alle Aktivitäten einstellt werden. Nach der Frauentagsfeier, bei der die Haldensleber Autorin Gundula Ihlefeldt am 5. März ihre Bücher vorgestellt hatte, fiel die musikalische Lesung mit Salka und Bernd Schallenberg zum Thema „Wissenswertes aus Sachsen-Anhalt“ am 26. März bereits den verhängten Beschränkungen zum Opfer.

Programm geplant

Und der Förderverein hatte noch Vielfältiges mehr geplant. So wollten sich die Vereinsmitglieder im April, wie bereits in den Vorjahren, mit einem Bücherflohmarkt am Markttag auf der Burg in Wanzleben beteiligen. „Auch das musste abgesagt werden, ebenso wie die Abschlussveranstaltung zu zehn Jahre Bibfit und die Mitgliederversammlung mit Wahl des Vorstandes“, so Gudrun Tiedge.

Die Fahrten in den vergangenen beiden Jahren kamen gut an. Nach der Fahrt zur Buchmesse nach Leipzig 2018 und der Fahrt zum Eike-von-Repgow-Dorf Reppichau 2019 sollte die Tagesfahrt mit den Mitgliedern in diesem Jahr zu einer der berühmten Bibliotheken in der Nähe führen. Nach dem kulturellen Genuss sollte ein Besuch im Landesweingut Kloster Pforta den Tag abrunden. Doch auch das muss zum Bedauern der Fördervereinsvorsitzenden verschoben werden. „Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben“, sagt sie optimistisch.

Hoffnung auf November

Ein geplanter Bürgerdialog mit dem Landrat kann – zumindest in den nächsten Wochen – auch nicht stattfinden. Dafür besteht immer noch die Hoffnung, dass die zwei Lesungen, die für November im Veranstaltungskalender eingetragen sind, durchgeführt werden können und viele Gäste anlocken. Erwartet wird einerseits der Krimi-Autor Andreas Winkelmann und andererseits der MDR-Moderator Mario D. Richardt, der ebenfalls schon mehrere Bücher veröffentlicht hat. Bei der letztgenannten Lesung möchte der Förderverein mit dem Blumenberger Kultur- und Karnevalverein (BKK) gemeinsame Sache machen.

„Wir hoffen sehr, dass diese beiden Veranstaltungen wieder stattfinden können. Aber natürlich akzeptieren wir die Einschränkungen, die Corona mit sich bringt. Sie sind notwendig, um die Gesundheit aller zu schützen“, fasst Gudrun Tiedge zusammen. Froh stimmt sie, dass die Mitglieder des Fördervereins sehr verständnisvoll mit der Situation umgehen und dem Verein die Treue halten.

Solidarität für Krisengeplagte

Doch nicht nur ihnen gilt der Dank der Vorsitzenden, sondern auch „all denjenigen, die jeden Tag für unsere Gesundheit und Pflege, Sicherheit und Versorgung tätig sind. Aber auch all den Menschen, die trotz eines Ansteckungsrisikos ihrer Arbeit nachgehen.“ Das klinge mittlerweile zwar abgedroschen, sei aber ehrlich gemeint. Ohne sie würde nichts mehr funktionieren.

Solidarität muss nach ihrer Aussage denjenigen gelten, die derzeit, anders als die ehrenamtlich tätigen Fördervereinsmitglieder, von Existenzäng-sten geplagt werden. Gemeint sind zum Beispiel die vielen Künstler, die nicht auftreten dürfen. „Es wird die Zeit kommen, in der auch das kulturelle Leben wieder stattfinden darf und dann, das versprechen wir, werden wir mit vielfältigen Angeboten wieder für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Wanzleben da sein“, fügt sie an.