Klein  Wanzleben l Klaus Bunzel aus dem Zuckerdorf ist sauer. Der Klein Wanzleber schaut auf das Werbebanner mit der Aufschrift „„Glasfasernetz für alle“ und fragt sich, wer genau mit „Alle“ gemeint ist. „Hinter vorgehaltener Hand wurde ja schon erzählt, dass es Straßenzüge geben wird, die nicht an das Glasfasernetz angeschlossen werden“, sagt Klaus Bunzel. Dabei habe es vor zwei Jahren eine große Werbekampagne gegeben. Dabei hieß es, alle Einwohner des Ortes mögen sich für einen Anschluss an das Glasfasernetz entschließen, damit sich der Bau eines Leerrohrsystems lohne. Klaus Bunzel entschloss sich zu einem Anschluss.

Post vom Betreiber

Im Februar freute sich der Klein Wanzleber noch über eine Nachricht des zukünftigen Netzbetreibers. Das Unternehmen DNS:NET verkündete darin die Anschlussbedingungen. „Daraufhin habe ich das nötige Material bestellt und verlegte alle benötigten Leitungen, die für mein Wohnhaus mit den beantragten zwei Anschlüssen benötigt wurden.“ Doch nun musste Klaus Bunzel erfahren, dass die Rabbethgestraße, in der er wohnt, nicht an das Glasfasernetz angeschlossen würde. „Das würde bedeuten, dass all meine Aufwendungen, die ich in den Anschluss schon investiert habe, vergebens waren.“ Den Zuckerdorfer ärgert aber auch, dass hier Bereiche des Ortes einfach von der Zukunft ausgeschlossen würden. Und er fragt, warum die Vertreter der Stadt Wanzleben diese Entwicklung noch nicht öffentlich gemacht hätten.

Flecken auf der Karte

In Vertretung des zuständigen Bauamtsleiters Olaf Küpper erklärt Kai Pluntke, Amtsleiter für Ordnung und Soziales der Stadt Wanzleben-Börde: „Das Ziel aller Beteiligten ist es, alle Haushalte anzuschließen, die mit einem Vorvertrag ihren Willen zum Anschluss bekundet haben.“ Das heißt auch, dass die Stadtverwaltung auch weiter darauf drängen werde, dass das Unternehmen DSN-NET als Netzbetreiber auch die sogenannten „schwarzen Flecken“, in denen die Bandbreite schon mehr als 30 MBit beträgt, erschließt.

Keine Förderung

Die Förderung für den Breitbandausbau, die die Stadt Wanzleben-Börde erhalte, gelte nur für die Erschließung der sogenannten weißen Flecken, die als unterversorgt gelten. Die „schwarzen Flecken“ müsste der Netzbetreiber eigenverantwortlich ausbauen - aber erst, wenn die Erschließung der geförderten Bereiche abgeschlossen sei.

Gespräche gefordert

Diese Aussage der Stadt tröstet Klaus Bunzel keineswegs. Er fühlt sich ausgetrickst. „Viele von denen, die den Antrag auf einen kostenlosen Anschluss gestellt haben und ihn jetzt nicht bekommen, schauen in die Röhre.“ Denn der Klein Wanzleber ist davon überzeugt, dass bei der späteren Erschließung der „schwarzen Flecken“ von kostenlosen Anschlüssen keine Rede mehr sein wird. Hier gebe es seiner Meinung nach jede Menge Gesprächsbedarf. Den Bewohnern anderer Ortsteile, denen es ebenso geht, rät er: „Lasst Euch bitte aufklären, bevor die Baumaßnahmen anfangen.“

Ausbau läuft schon

Bereits im Mai ist in Klein Wanzleben der Breitbandausbau symbolisch gestartet worden. Zum ersten Bauabschnitt, den das Berliner Telekommunikationsunternehmen DSN:NET das Glasfasernetz ausbaut, gehören außerdem Remkersleben, Meyendorf, Groß Rodensleben, Bergen und Hemsdorf. Nach damaliger Aussage von Thomas Kluge als Bürgermeister der Stadt Wanzleben-Börde ist nach Fertigstellung bereits ein Drittel der Einheitsgemeinde erschlossen. Das Vorhaben setzt die Stadt Wanzleben-Börde als Teil der Arbeitsgemeinschaft „Börde-Ohre-Breitband – Das Giga-Netz“ um. Hier arbeiten mehrere Gemeinden und der Landkreis Börde seit 2016 zusammen.