Drackenstedt l Einwohner und Gäste waren der Einladung gefolgt und wurden Zeugen einer besonderen Zeremonie im Bördedorf. Die Ortsgemeinde war durch das Gemeinderatsmitglied Gert Ellermann vertreten, die Freiwillige Feuerwehr durch ihren Wehrleiter Franz-Heinrich Kemper, die Drackenstedter Sportgemeinschaft durch Hans-Joachim Ameling und die Sänger des ehemaligen Männerchores durch Harald Schmidt.

Das mit Drackenstedt langjährig verbundene Pfarrer-Ehepaar Renate und Gunther Hirschligau aus Ummendorf gestaltete einen feierlichen Gottesdienst. Besonders erfreut war die Kirchengemeinde über die Teilnahme des Superintendenten des Kirchenkreises Egeln, Matthias Porzelle.

Mit Dokumenten befüllt

„Viele Drackenstedter hatten sich Gedanken gemacht, welche Unterlagen sie zur Neubefüllung der Turmknöpfe beisteuern könnten, um denen, die irgendwann wieder einmal das Turmdach neu eindecken, etwas über das Leben in unserer heutigen Zeit zu übermitteln. So kam einiges zusammen“, berichtete Bernd Eggeling, stellvertretender Vorsitzender des Gemeindekirchenrates.

Beate Schmidt hatte persönliche Erinnerungen über das Geschehen in der Kirchengemeinde und die Bautätigkeit an der Kirche in den zurückliegenden Jahrzehnten verfasst. Der Gemeindekirchenrat wählte eine Reihe von Materialien aus, wie Unterlagen über das Gemeindeleben im Jahr 2017, Ausarbeitungen zur Kirchengeschichte und schließlich einen zusammenfassenden Text zur Sanierung des Turmdaches und mit Informationen über die heutige Zeit.

Vereine mit dabei

Die Freiwillige Feuerwehr übergab ein Foto mit den gegenwärtig tätigen Feuerwehrkameraden und Wimpel vom 125-jährigen Jubiläum. Die SG Drackenstedt stellte ein Mannschaftsfoto der jetzigen Mannschaft sowie Materialien über zwei legendäre Fußballspiele gegen den 1. FC Magdeburg zur Verfügung.

Die evangelische Tagesstätte „Bördekäfer“ hatte ein aktuelles Bild mit den Kindern und Erzieherinnen ausgewählt und der Vorsitzende des ehemaligen Männerchores eine Jubiläums-Festschrift und einen Zeitungsartikel über die Auflösung des Vereins.

„Wie es dem Brauch und kirchlichen Regelungen entspricht, wurde auch der beim Öffnen der Kugeln gefundene Inhalt, in unserem Fall die Inflationsgeldscheine, wieder eingelegt“, erklärte Bernd Eggeling. Auf Vorschlag aus den Reihen der Kirchengemeinde wurde auch ein elektronischer Datenträger mit eingelegt. Gert Ellermann fertigte eine spezielle Aufbewahrungsbox für einen USB-Stick an, die mit Bleiblech ummantelt wurde.

Bleibox für USB-Stick

Auf dem Stick befindet sich das dreibändige Werk von Volker Limburg „Drackenstedter Geschichte(n)“, Filme und Fotos von Gert Ellermann über festliche Ereignisse in Drackenstedt und Fotos über die momentane Turmdachsanierung.

Auf einem Tisch vor dem Altar waren alle Unterlagen ausgebreitet, die die Kirchenratsvorsitzende Marion Fruth und Bernd Eggeling den Anwesenden vorstellten. Marion Fruth gab die Materialien in vorbereitete Behälter ein, die Dachdecker Bernd Lehmann luft- und wasserdicht verschloss. Dann wurden sie mit der Turmzier von Kirchenrats- und Gemeindemitgliedern über das Arbeitsgerüst zur Turmspitze hochgebracht. Mit Hilfe des Architekten und des Dachdeckers legte Marion Fruth die Behälter in die Turmknöpfe.

Zier war im März entfernt worden

Während die Handwerker die Turmzier oben auf dem Turm fachgerecht montierten, wurden die Teilnehmer, die die für Drackenstedt denkwürdigen Vorgänge „von unten“ verfolgten, von Diane Ruhnke vom Alten Landgasthof mit Speis und Trank gut versorgt.

Die Abnahme der Turmzier war am 15. März 2017 in einer spannenden Aktion der Beginn der umfangreichen Arbeiten am Turmdach. Nachdem die alten Schieferplatten komplett entfernt waren, wurden die Arbeiten an der Holzkonstruktion ausgeführt. Auf Grund der sichtbar gewordenen erheblichen Schäden musste ein großer Teil der Hölzer ausgetauscht werden.

Lob für Baubeteiligte

Nach Abschluss dieser Zimmerer-Arbeiten erfolgte bis Anfang Juli die komplette Eindeckung des Turmdaches mit neuem Naturschiefer. „Die Handwerksbetriebe, die Zimmerei Meißner aus Nienburg, der auf Schiefereindeckungen spezialisierte Betrieb Lehmann aus Wernigerode und die Gerüstbaufirma Schaffrinna aus Glöthe haben gut gearbeitet“, lobte Eggeling.

Großen Anteil am Gelingen des Projektes habe auch das Architekturbüro Gerd Srocke gehabt. Dem Büro oblag von der Planung bis zur Baubegleitung der verschiedenen Gewerke die Steuerung des Projektablaufes.

Zur Zufriedenheit der Gemeinde bewertete Gerd Srocke die gesamte Baudurchführung am Drackenstedter Kirchturm als reibungslos und gut gelungen. „Wir hoffen, dass das jetzt sanierte Dach sehr lange halten und eine erneute Abnahme der Turmzier erst in ferner Zukunft wieder einmal notwendig wird“, blickte Bernd Eggeling voraus.