Altenweddingen l Mit einem Lob mit Blick auf die Verwaltung in Osterweddingen begann Gemeindewehrleiter Marco Dahlke seine Zusammenfassung der Risikoanalyse und der Bedarfsplanung für den Brandschutz . „Es gibt viele Einsatzszenarien im Sülzetal. Aber die Gemeinde hat viel getan in puncto Technik, Ausrüstung und Gebäude. Da müssen wir weiter dran bleiben.“

Probleme sieht der Gemeindewehrleiter in Schwaneberg bei der Versorgung mit Löschwasser (die Volksstimme berichtete). Alle Hydranten lieferten hier nicht genügend Wasser.

Ratsmitglied Andreas Kühn  (AfD) griff diese Problem gleich auf. „Der Teich in Schwaneberg kann kein Wasser liefern aufgrund seiner Verschlammung. Wir können dort auch nicht kilometerlang Leitungen verlegen. Wie wäre es denn, zentral, unterirdisch einen großen 100 000 Tank zu versenken, aus dem das Löschwasser im Notfall gepumpt werden kann?“

Löschwasserbehälter wird geprüft

Die Leiterin des Fachbereich „Inneres, Soziales, Ordnung“, Jeanette Willborn, griff diese Idee auf. Die Verwaltung des Sülzetals sei dabei, genau diese Möglichkeit eines fest installierten Löschwasserbehälters zu prüfen. Eine Ausschreibung laufe. Willborn: „Wir müssen diese Situation in Schwaneberg so schnell wie möglich bereinigen.“

Eine anderes Problem sprach Ratsmitglied Christian Wolff (SPD) an. „Im Gewerbegebiet Sülzetal/Osterweddingen gibt es viele Ansiedlungen. Wir haben dort eine hohe Brandlast. Können wir die Betriebe nicht bei der Vorsorge einbinden? Gibt es nicht die Möglichkeit von Betriebswehren oder der finanziellen Beteiligung an den Kosten, die der Gemeinde durch das Vorhalten der Wehren entstehen?“

Auch hierauf ging Willborn ein. Brandschutz sei eine Pflichtaufgabe der Gemeindeverwaltung. Im Bauantragsverfahren werde geprüft, ob Firmen aufgrund ihrer Tätigkeit oder Größe zu Auflagen für den Brandschutz verpflichtet werden können. Wenn dies so sei, müssten sie diesen Beitrag auch leisten.

Personal ist das Problem

Ein großes Problem sei das Personal bei den Wehren des Sülzetals, berichtete Dahlke in seinem Vortrag weiter. Die Personalgewinnung sei aber bundesweit sehr schwierig. Dafür habe auch er kein Patentrezept. Froh ist der Brandinspektor darüber, dass im Sülzetal schon gute Ansätze existieren würden. Der Gemeindewehrleiter wörtlich: „Es gibt schon Kinder- und Jugendwehren. So könnte es uns gelingen, die Mädchen und Jungen auch später für den regulären Dienst zu begeistern.“

Und auch bei den Firmen seien die Wehren des Sülzetals zusammen mit der Gemeinde dran. So waren wir beim Wirtschaftsstammtisch der Gemeinde mit dabei.“

Schwierig sei es oft, die Jugendlichen später in den aktiven Dienst zu bekommen. Viele verließen das Sülzetal aufgrund von Lehre, Studium und Beruf. „Hier ist es wichtig, die vielen Zuzügler im Sülzetal anzusprechen. Viele scheinen davon auszugehen, dass es genügend Feuerwehrleute gibt und machen sich hierüber gar keine Gedanken mehr.“

Würdigung des Ehrenamts

Ideen wie eine zusätzlichen Rentenversorgung für Feuerwehrkameraden oder eine größere Würdigung des Ehrenamts gingen in die richtige Richtung. „99 Prozent der Kameraden sind mit dabei, weil sie es im Herzen tragen. Sie wollen der Gemeinschaft einen Dienst leisten. Diese Flamme müssen wir weitertragen.“

Nach diesen Ausführungen des Gemeindewehrleiters wurde die Risikoanalyse einstimmig vom Gemeinderat des Sülzetals angenommen.

Abschließend ergriff danach noch der Büroleiter des Bürgermeisters, Fred Fedder, das Wort und drückte seine Wertschätzung der Arbeit Dahlkes aus. „Normalerweise werden für solche Analysen externe Fachplaner zu Rate gezogen. Dafür kommen dann schnell mal mehrere 10 000 Euro an Kosten zusammen. Wir aber haben das ohne Hilfe von Draußen geschafft. Meist ging es in der 160 Seiten starke Analyse lediglich um rein redaktionelle Änderungen. Dafür spreche ich Herrn Dahlke meinen ausdrücklichen Dank aus.“