Seehausen l Für etliche Kameraden der Feuerwehren aus Seehausen, Eggenstedt und Wanzleben war am Mittwoch die Nacht ziemlich früh beendet. Die rückten gegen 5 Uhr am Morgen nach Seehausen aus, um im Breiten Weg ein leerstehendes Wohnhaus zu sichern. An dem baufälligen Haus hatten sich über Nacht in Höhe des Gesimses Mauerteile gelöst. Die Steine stürzten auf den Gehweg. Glücklicherweise war dort am Morgen kein Passant unterwegs, der von den herabstürzenden Steine hätte verletzt wegen können.

Kein Mensch verletzt

Die Feuerwehrleute rückten nun an, um die losen Steine im Dachbereich herauszubrechen, damit sie nicht auch noch später unkontrolliert in die Tiefe stürzen und Menschenleben gefährden. Zuerst waren die Seehäuser Kameraden und Feuerwehrleute aus dem benachbarten Eggenstedt am Einsatzort im Breiten Weg, um die Straße aus Sicherheitsgründen für Fußgänger und Autos komplett zu sperren.

Zur Unterstützung rückte dann die Drehleiter der Feuerwehr Wanzleben an. Vom Korb der Drehleiter aus trugen zwei Seehäuser Kameraden mit einem Einreißhaken die losen Teile der Wand ab. Nach der Beseitigung der Gefahr übergab die Feuerwehr den Einsatzort an das Bauamt und den Bauhof der Stadt Wanzleben-Börde. Für die drei Feuerwehren war der Einsatz kurz vor 7 Uhr beendet.

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Feuerwehr mit Drehleiter im Einsatz

„Wir mussten den Breiten Weg aus Gründen der Gefahrenabwehr vor dem betreffenden Haus auf einer Länge von etwa 40 Metern komplett sperren, weil sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein weiteres baufälliges Gebäude befindet“, sagte Olaf Küpper, Leiter des Bauamtes der Stadt Wanzleben-Börde, der den Schaden am Morgen in Augenschein genommen hatte. Von außen sehe das Haus ja noch einigermaßen standsicher aus. Im Innenhof biete sich ein noch viel schlimmeres Bild. Dort sind Teile des Dachs komplett eingebrochen.

Der jetzt zur Straßenseite hin aufgetretene Schaden gehe nach Küppers Meinung vom Dachstuhl aus, der in Bewegung sei und Teile des Gesimses nach außen gedrückt habe. Die seien dann in die Tiefe auf den Breiten Weg gefallen. Das leer stehende Wohnhaus im Breiten Weg gehört einem Privatmann aus Berlin, der jetzt für die Sicherung der Schäden aufkommen müsse.

Haus ist Privateigentum

Über die Baufälligkeit des Hauses habe Küpper die Bauverwaltung des Landkreises Börde informiert. Die Behörde müsse nun entscheiden, ob die Vollsperrung des Breiten Wegs bestehen bleibe müsse oder nicht. Auch müsse der Kreis entscheiden, wie es weiter gehe. Und ob die Behörde zunächst die Sicherung der Hauses veranlasse oder den Besitzer dazu auffordere.

Die Bauverwaltung des Landkreises Börde handelte unverzüglich. Wie Heiko Markworth, Sachgebietsleiter Bauverwaltung, gegenüber der Volksstimme sagte, habe er wegen der Gefahr, die von dem baufälligen Haus ausgehe, die „unmittelbare Ausführung“ angeordnet. Dass heiße, die Bauverwaltung habe noch am Vormittag nach der Besichtigung der Schäden eine Abrissfirma damit beauftragt, Teile des Gebäudes abzutragen. Donnerstagnachmittag begann ein Abrissunternehmen damit, im Breiten Weg einen schweren Bagger in Position zu bringen.

Freitag haben die Abriss- arbeiten an dem baufälligen Haus begonnen. Wie lange die Straße voll gesperrt bleibe, sei noch unklar. Die Bauverwaltung werde unverzüglich damit beginnen, die Adresse des Besitzers zu ermitteln, um ihm später einen Kostenbescheid zu schicken. Die Anschrift des Mannes in Berlin sei zwar bekannt, doch solle er seinen Wohnsitz gewechselt haben. Adresse bislang unbekannt.