Kunst

Im Bethgesaal in Altenweddingen sind Bilder der Künstlerin Astrid Rolloff zu sehen

Hobbykünstlerin aus Wackersleben zeigt Bilder mit Pastellfarben und Acryltechnik aber auch Malerei mit Ölpastellkreiden. Sie will die Betrachter in die Stimmung des Bildes mitnehmen. Für Pfarrer Müller-Busse sind sie „Abbild der Wirklichkeit und gleichzeitig Ausblick in eine andere Wirklichkeit“.

Von Udo Mechenich
Pfarrer Müller-Busse  gibt Künstlerin Astrid Rolloff  im Bethgesaal   die Möglichkeit für die erste Ausstellung ihrer Bilder.
Pfarrer Müller-Busse gibt Künstlerin Astrid Rolloff im Bethgesaal die Möglichkeit für die erste Ausstellung ihrer Bilder. Foto: Udo Mechenich

Altenweddingen - In Altenweddingen stellt die Künstlerin Astrid Rolloff (55) zum ersten Mal ihre Gemälde aus. Über 40 Bilder präsentiert die gebürtige Wackerslebenerin im Bethgesaal. Hobbymalerei mit Pastellfarben und der Acryltechnik, aber auch das Arbeiten mit Ölpastellkreide sind ihre Leidenschaft. Schon seit der Schule greift sie immer wieder zum Pinsel.

„Ich habe Pfarrer Müller-Busse von meinem Hobby erzählt, und da wurde er hellhörig. Er ist sehr kunstinteressiert und hat mit dann vorgeschlagen, es hier in Altenweddingen mit einer Ausstellung zu probieren“, berichtet die Künstlerin der Volksstimme. Landschaftsbilder, aber auch das eine oder andere Porträt zeigt die Künstlerin Rolloff im Bethgesaal in Altenweddingen.

„Oft ist es eine reine Stimmungsfrage, worauf ich bei der Technik zurückgreife. So habe ich in der letzten Zeit viel mit Ölpastellkreiden experimentiert. Das gefällt mir aktuell am besten. Da kann ich nach dem Malen auch mal schnell alles wegräumen. Das ist von den Arbeitsgegenständen nicht so aufwendig. Bei Acrylfarben hat man doch sehr viel mehr Wirtschaft. Da wäre es oft schon wünschenswert, dass man ein Atelier hätte, wo man sich richtig ausbreiten und seine Utensilien über Nacht auch stehenlassen kann“, verrät Astrid Rolloff. Oft sind es einfach nur Bäume, die bei Rolloff das Motiv sind. Sie taucht sie dann ein in verwunschene Landschaften ein oder setzt sie vor einen Sonnenuntergang.

Astrid Rolloff kommt aus Wackersleben, wo sie die evangelischen Kindertagesstätte „Kleine Strolche“ leitet. „Momentan betreuen wir 50 Kinder. Da ist die Malerei nach Dienstschluss für mich der beste Ausgleich für den Stress.“ Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder und zwei Enkelkinder. „Malen tu ich nach Lust und Laune. Ist schließlich mein Hobby. Gerade beim Malen, gerade bei der Kunst darf es keinen Druck oder Stress geben. Es gibt Zeiten, da male ich ein wenig mehr. Es gibt aber auch Phasen, da ruht der Pinsel. Da gibt es dann andere Hobbys und Beschäftigungen: lesen, Haus, Hof, Garten, Kinder und Enkelkinder.“ Meistens abends vertieft sich Künstlerin Rolloff in ihre Bilder. Da stimme die Atmosphäre. Da habe sie die nötige Ruhe.

Wie lange es dauert, bis so ein Bild von fertig ist, hänge ganz von der Größe und der Maltechnik ab. „Das aber allein ist nicht ganz so entscheidend. Bei manchen Bildern höre ich manchmal einfach auf und fange am nächsten Tag wieder an. Bei anderen fluppt es einfach nur so.“ Die Laune, die Stimmung, die Kraft, das Umfeld – all das spiele bei ihr eine große Rolle.

„Wichtig für mich ist die Bewegung in meinen Bildern. Licht und Schatten sowie die Perspektive sind entscheidend“, erklärt Astrid Rolloff ihre Technik. Auf diesem Weg würden Spannung und Überraschung in ihre Bilder kommen. „So wirken meine Bilder lebendig, versetzen die Betrachter in die Stimmung meines Bildes. Nehmen sie mit. Wecken Assoziationen.“

Ein großer Fan der Bilder Rolloffs ist bereits der Pfarrer im evangelischen Kirchspiel im Sülzetal, Raimund Müller-Busse. „Die Motive sprechen mich ganz deutlich an“, betont er, „man sieht immer wieder eine Bewegung in den Bildern. Es fließt. Man fühlt sich in die Landschaft hineingelockt. Sie vermitteln eine unheimliche Wirklichkeit und haben gleichzeitig oft etwas Surreales und weisen so über die Wirklichkeit hinaus: Abbild der Wirklichkeit und gleichzeitig Ausblick in eine andere Wirklichkeit.“

Da Astrid Rolloff eine seiner Kita-Leiterinnen sei, und ihr verborgenes Talent offenbar wurde, habe er die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und die erste Kunstausstellung im Bethgesaal initiiert. „Nachdem wir nun auch den Nebenraum des Bethgesaals ausgebaut haben, überlegten wir uns, wie wir den Komplex besser zugänglich machen können, wie wir ihm einen zusätzlichen Reiz geben können“, berichtet Raimund Müller-Busse, „da wir hier viele glatte Wände haben, war es naheliegend, Leisten anzubringen, an die wir Bilder hängen können.“