Eilsleben l Im März hatte man in luftiger Höhe mit der Sanierung begonnen, die später mit Tiefbauarbeiten für die Regenentwässerung fortgesetzt wurde. Bei den Schachtarbeiten, auf die Denkmalschützer Günther Wagener im Auftrag des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle immer ein wachsames Auge hat, entdeckte er im Erdreich in 40 Zentimeter Tiefe ein zunächst unscheinbares Etwas aus Sandstein. Nach Reinigung und näherer Betrachtung hielt er dann einen Totenkopf in der Hand. Die Farbe des Sandsteins lässt auf Ummendorfer Material schließen.

Der Denkmalschützer kann sich zu dem Fundstück auch eine Geschichte zusammenreimen. „Die Eilsleber Kirche, außer der Turm, war 1857/1858 wegen Baufälligkeit abgerissen und wieder neu aufgebaut worden. Mit dem Bauschutt werden die Arbeiter auch diesen Totenkopf, der vermutlich zu einem Grabdenkmal (Epitaph) eines bekannten Eilslebers von Rang und Namen in der Kirche gehörte, einfach in die Baugrube getrudelt haben. Ich werde nun einen Fundbericht für das Landesmuseum fertigstellen. Es muss noch entschieden werden, wo der Totenkopf hier in Eilsleben verbleibt“, so Günter Wagener.

Auf Resten der alten Kirche gebaut

Der ehrenamtliche Denkmalschützer, der sich bestens in der Heimatgeschichte von Eilsleben auskennt, vermutet noch, dass St. Lorenz beim Wiederaufbau auf den Resten des alten Gotteshauses entstanden ist. Das zeige sich zum Beispiel am Höhenunterschied der Fußböden im Turm und im Kirchenschiff, der über die Treppe überwunden werden muss.

„Wenn im nächsten Jahr bei weiteren Arbeiten die Fußbodenplatten aufgenommen werden müssen, kann es durchaus noch mehr interessante Funde geben“, ist sich Günter Wagener sicher.