Wanzleben l Seit dem 6. März ist eine Schallkanone im Einsatz gegen die Krähenplage auf dem Wanzleber Friedhof. Immer wieder sind die lauten Böller des Knallschussgerätes auf dem etwa vier Hektar großen Friedhof zu hören. Kurz nach dem Knall fliegen schlagartig Hunderte von Saatkrähen auf, die in den bis zu 30 Meter hohen Wipfeln der Linden ihre Nester bauen.

„Die Kanone auf dem Friedhof Wanzleben funktioniert gut. Fünf Minuten nach jedem Schuss sind die Krähen in Blumenberg“, berichtet indes Dr. Erhard Junghans aus Blumenberg gegenüber der Volksstimme.

„Die Krähen fühlen sich durch die Schüsse gestört und werden im Bau ihrer Nester beeinträchtigt“, schätzt der Wanzleber Friedhofswärter Michael Hedenius gegenüber der Volksstimme in. Von daher bezeichne er den Einsatz des Gerätes durchaus als Erfolg. Lief das Schallschussgerät anfangs auf Automatikbetrieb, löse er jetzt die Schüsse von Hand aus. „Morgens beginne ich mit drei bis vier Schüssen innerhalb eines Zeitraum von fünf Minuten. Das zeigt schon Wirkung, die Krähen fliegen scharenweise auf“, berichtet Hedenius von seinen Erfahrungen. Tagsüber löse der die Kanone je nach Bedarf aus und orientiere sich daran, wie viele Vögel wieder in den Baumkronen sitzen und ihre Nester bauen. Durch das gezielte Abschießen der Kanone wolle der Friedhofsmitarbeiter auch die Lärmbelästigung für die umliegenden Wohngebiete so gering wie möglich halten. Der Einsatz des Knallschussgerätes solle seiner Kenntnis nach noch bis zum 25. März auf dem Wanzleber Friedhof erfolgen.

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Trotz der lauten Schüsse aus der Schallkanone haben die Krähen wieder damit begonnen, in den Baumkronen ihre Nester zu bauen. Deshalb hat die Stadtverwaltung erneut eine Spezialfirma zum Beseitigen angeheuert. Ein Arbeiter dieser Firma fuhr am Dienstag mit einem Hubwagen in bis zu 30 Meter Höhe, um dort in den Kronen der Linden bis zu zehn Nester zu beseitigen.

Wie Friedhofswärter Michael Hedenius aus seiner Erfahren berichtet, würden die großen Vögel auf dem Wanzleber Friedhof viel Material zum Bauen ihrer Nester finden. Die Vögel würden dabei auch große Äste benutzte, die zum Teil auch wieder nach unten auf die Gräber und Wege des Friedhofs fielen. „Die muss ich dann beseitigen, was einen zusätzlichen Arbeitsaufwand bedeutet“, sagt er. Gerade für ältere Besucher, die mit Rollatoren auf den Wegen unterwegs sind, würden die Äste hinderlich sein. Deshalb mache sich Hedenius jeden Tag daran, die Wege von den Ästen zu säubern.

Für den Einsatz des Knallschussgerätes und das Beseitigen der Vogelnester auf den hohen Bäumen des Friedhofs Wanzleben hat sich die Stadtverwaltung zuvor die Genehmigung der Oberen Naturschutzbehörde eingeholt. Die Stadt hat der seit vergangenem Jahr herrschenden Krähenplage den Kampf angesagt, weil der Kot der Vögel viele Gräber beschmutzt hat.