Straßenübergabe in Harbke - Abschlussmängel und lange Bauzeit sorgen für eine getrübte Freude

Parkstraße und Neuer Weg sind fertig - so gut wie

Von Ronny Schoof

Mit den Scheren im Anschlag skandierten die Kinder "Was lange währt, wird gut!" auf der Harbker Parkstraße. Diese und ihre Nebenstraße Neuer Weg sind am Mittwoch nach fast einjähriger Bauzeit rundum saniert übergeben worden. In die frohe Stimmung mischten sich auch kritische Töne.

Harbke l Bürgermeister Werner Müller sprach gegenüber der Volksstimme von "Fluch und Segen", welche so ein aufwendiges Straßenbauprojekt immer mit sich bringe. Zwar sei die Sanierung der beiden kommunalen Nebenachsen Parkstraße und Neuer Weg inklusive Kanalbau und einem kleinen Stück Erdstromver- kabelung hin zu einer schmucken, barrierefreien Passage endlich abgeschlossen. Aber Müller übte sich in der Freude darüber auch in Zurückhaltung und hielt mit Kritik nicht hinterm Berg: "Ich bin im großen und ganzen zufrieden, aber nicht glücklich, weil es hier doch einige Probleme gab, die auch noch nicht komplett bewältigt sind und uns weiter beschäftigen werden."

Positiv hob Müller bei der Übergabe gestern Vormittag hervor, dass auf der 300 Meter langen Parkstraße "nun ein viel genutzter, auch für Rollstuhlfahrer und Senioren des nahen Wohngebiets generell geeigneter Weg entstanden ist", so dass Barrierefreiheit nicht mehr nur über den Umweg Straße der Einheit gegeben sei. Allerdings hätte sich die Gemeinde einen zügigeren Bauverlauf gewünscht, ebenso eine akurate Ausführung ohne diverse Mängel, die bei der Bauabnahme beanstandet werden mussten. So seien an mehreren Stellen Nacharbeiten nötig, insbesondere was die Ober- flächenentwässerung anbelangt.

"Natürlich hat auch der frühe und lange Winter den Zeitplan zurückgeworfen", erklärte Müller, "doch es kamen weitere Probleme mit der Baufirma hinzu - so wurde das hier eine lange Geduldsprobe für die Anlieger, vor allem für die Eltern der Kita und Schule beim täglichen Bringen der Kinder." Müller dankte für das entgegengebrachte Verständnis bei den Einschränkungen.

Investiert wurden in die Erneuerung beider Straßen - 305 Meter Ausbaulänge Park- straße und 85 Meter Neuer Weg - insgesamt 660000 Euro. Der Kostenanteil der Gemeinde beläuft sich nach Angaben des Bauamts Obere Aller exklusive der nicht förderfähigen Ingenieurs- und Baunebenkosten auf 500000 Euro, woran sich das Landesamt für Flurneuordnung mit einer Förderung über voraussichtlich 294000 Euro beteiligt. 2200 Quadratmeter Fahrbahn wurden in Asphaltbauweise hergerichtet, dazu 800 Quadratmeter Gehwegpflaster, Parknischen in Natursteinpflaster, neue Straßen- beleuchtung und noch zu bepflanzende Rabatten.

Der Trink- und Abwasserverband Börde (TAV) hat sich mit 160000 Euro in das Gemeinschaftsvorhaben eingeklinkt. TAV-Geschäftsführerin Vinny Zielske: "Wir haben ohne Fördermittel gebaut, in beiden Straßen Schmutzwasserkanäle und Trinkwasserleitungen erneuert sowie mehrere Hausanschlüsse vorgenommen."