Lokaltermin

Regenwasser: Damit es im Sülzetal nicht zu Überschwemmungen kommt

Experten aus dem Unterhaltungsverband Elbaue schauten sich zusammen mit Ortsvertretern und Mitarbeitern der unteren Wasserbehörde die Wege des Niederschlagswassers an. Dabei wurden auch Probleme entdeckt.

Von Udo Mechenich 12.05.2022, 22:16
Erste Station bei der diesjährigen Gewässerschau des Unterhaltungsverbands Elbaue war Osterweddingen. Hier standen der Teich und die Straße „Am Vogelsang“ auf dem Programm.
Erste Station bei der diesjährigen Gewässerschau des Unterhaltungsverbands Elbaue war Osterweddingen. Hier standen der Teich und die Straße „Am Vogelsang“ auf dem Programm. Foto: Udo Mechenich

Sülzetal - Seine jährliche Grabenschau im Sülzetal führte kürzlich der Unterhaltungsverband Elbaue durch. Hierbei schauten sich die Vertreter des Verbands zusammen mit Mitarbeitern der unteren Wasserbehörde des Landkreises und Mitgliedern der Ortschaftsräte die Gräben für die Ableitung des Niederschlagswassers in den Ortslagen und auch außerhalb an. Sind sie sauber?

Müssen die Uferbereiche gemäht werden? Müssen der Ränder mit Schienen befestigt werden? Wo gibt es Probleme mit dem Abfluss des Regenwassers? Welcher Durchlass ist nicht mehr sauber genug? Das waren die Fragen, die bei dem Rundgang durchs Sülzetal auf der Agenda standen.

Gemeinde muss bauliche Mängel beseitigen

„Wir überprüfen den Zustand der Gewässer und stimmen Maßnahmen mit dem Unterhaltungsverband sowie der Gemeinde ab, die wir im nächsten Jahr vornehmen“, so Yvonne Rahn, untere Wasserbehörde des Landkreises. Das betreffe den Unterhaltungszustand und bauliche Mängel. Hauptsächlich sei der Unterhaltungsverband dann für die Umsetzung zuständig. Die Gemeinde müsse die baulichen Mängel übernehmen, weil sie Eigentümer der Gewässer sei. Die untere Wasserbehörde sei nur die Vollzugsbehörde.

„Die Vertreter aus den Orten zeigen uns bei diesen Terminen die kritischen Stellen, wo es Verbesserungsbedarf gibt“, sagte der Verbandsvorsteher des Unterhaltungsverbands, Rolf Warschun. Außerdem werde immer auch die Umsetzung der Anregungen aus dem vergangenen Jahr überprüft.

Als Erstes stand bei der Gewässerschau Osterweddingen auf dem Programm. „Hier bei uns stehen für mich der Graben im Vogelgesang und der Abfluss des Teiches im Vordergrund“, sagte die Bürgermeisterin von Osterweddingen, Birgit Wasserthal. „Passt am Teich alles? Muss der noch mal sauber gemacht werden? Hier steht die Teichreinigung durch die Gemeinde an.“ Am Teich vor Ort selber forderte Wasserthal eine Entschlammung. Angesichts dieser Forderung warnte Verbandsvorsteher Warschun vor einer regelmäßigen Entschlammung. „Dafür braucht man schwere Geräte, womit man immer vieles in der Natur rund um den Teich kaputtmacht.“

Landkreis will im Rathaus nachfragen

Traurig machte es Bürgermeisterin Wasserthal, dass kein Vertreter aus der Verwaltung bei der Besichtigung in Osterweddingen dabei war, denn alle Fragen rund um den Teich müsse Osterweddingen zusammen mit der Verwaltung der Gemeinde klären. Auch Rahn sagte, dass sie für die Genehmigung einer eventuellen Entschlammung noch Angaben aus dem Rathaus brauche. Hier sagte der Landkreis Ortsbürgermeisterin Wasserthal zu, dass man noch mal im Rathaus nachhören werde, wie weit die Beauftragung für die Sanierung des Teiches sei.

Im Bereich des Vogelsangs, dem Stichgraben zum Parkgraben, wurden in Osterweddingen durch einen Grundstückseigentümer Platten oberhalb der Böschung angebracht und der Gewässerunterhaltungsstreifen bepflanzt. Hier wurde der Grundstückseigentümer aufgefordert, diese Platten und Anpflanzungen zu entfernen und die alten Böschungsverhältnisse wieder herzustellen.

Am Verlauf der Sülze vor Dodendorf wurde bei der Gewässerschau festgestellt, dass durch Rückstau Weideflächen wieder ausgetrocknet sind. Der Bewirtschafter teilte mit, dass er aufgrund einer Genehmigung einen Bieberdamm um rund 40 Zentimeter abgetragen habe. So kann er die Weide wieder bewirtschaften. Die untere Naturschutzbehörde wird diese Genehmigung entsprechend prüfen.

An der Sülze in Sülldorf führte der Verband ausgehend von der Brücke Steinbruch bis zur Straße Am Weinberg eine von Bürgermeisterin Kerstin Gruetz geforderte Höhenermittlung durch. Die erfassten Daten werden der unteren Naturschutzbehörde zur Verfügung gestellt, kündigte Verbandsingenieur, Wolfgang Meyer, an.

Gewässerschonstreifen wird noch eingefordert

In einem Projekt zur Verringerung von Nährstoffeinträgen aus Landwirtschaftsflächen in die Sülze, wurde der Talmühlgraben als Nebengraben der Sülze hergestellt. Laut Projektvorgaben sollte hier ein fünf Meter Gewässerschonstreifen angelegt werden. Dies wurde bisher jedoch noch nicht umgesetzt.

„Wir werden uns bei dem Projektverantwortlichen nach dem fehlenden Gewässerschonstreifen erkundigen und ihn auffordern, ihn anzulegen“, sagte Rahn.