Wanzleben l Alexander Smoljanovic hat dagegen eine besondere Sammelaffinität - er sammelt Mülltonnen. Nun fehlt ihm nur noch eine Tonne zum Glück. Wenn man mit Alexander Smoljanovic redet, merkt man schnell, dass er für sein Hobby lebt. Corona-bedingt redet er mit der Volksstimme telefonisch, davon die meiste Zeit aber er. Der sympathische junge Mann kommt gar nicht mehr aus dem Schwärmen raus. Das Mülltonnen-Fieber scheint ihn ernsthaft gepackt zu haben. Seit mittlerweile 15 Jahren pflegt er sein eher außergewöhnliches Hobby und die Sammlung wächst auch immer weiter. Doch ein Ende scheint in Sicht zu sein. Smoljanovic ist auf der Suche nach der letzten Tonne für seine Sammlung und diese stammt ausgerechnet aus der Heimat.

Sammelt sein nun schon 15 Jahren

Aber wie kommt man überhaupt zu diesem eher ungewöhnlichen Hobby? Smoljanovic lacht und erzählt: „Alles hat vor 15 Jahren angefangen. Da hat mir meine Nachbarin eine Mülltonne im Miniaturformat geschenkt.“ Irgendwie sei er so fasziniert gewesen, dass letztendlich eine Mülltonne auf die andere gefolgt sei. Mittlerweile ist Smoljanovic 21 Jahre alt und hat im Sommer 2020 seine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement abgeschlossen. „Da muss man auch dazu sagen, dass ich Hobby und Ausbildung immer strikt getrennt habe. In diesem Fall ging die Ausbildung definitiv vor.“

Die aktuelle Sammlung von Alexander Smoljanovic ist auf nunmehr 90 echte Tonnen in verschiedensten Formen und Farben angewachsen. „Hinzu kommen 300 Mülltonnen im Miniaturformat, davon stammen sogar einige aus Australien“, berichtet der Sammler stolz. Seine „wertvollste“ Tonne stamme aus dem Jahr 1980 und sei quietschgrün. „Die 80er waren schon etwas besonderes. Es gab damals sogar eine als Lampe serienmäßig modifizierte rund 50 Liter Mülltonne in Weiß.“ Smoljanovic ist voll in seinem Element. Zu fasst jeder Tonne kann er die passende Geschichte erzählen. Nicht umsonst gilt er wandelndes Lexikon unter den Mülltonnen-Sammlern. „Letztendlich habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, die Historie zu bewahren“, erzählt der 21-Jährige. Viele Hersteller und Werkzeuge seien in den letzten zwanzig Jahren von der Bildoberfläche verschwunden. „Leider hat sich damit auch die Qualität der Tonnen verschlechtert.“

Bilder

Um seine Sammlung endlich zu vollenden, sucht Smoljanovic nun nach einer ganz bestimmten Tonne aus der Heimat. „Diese spezielle Mülltonne hat es nur im Bereich des ehemaligen Bördekreises gegeben“, erklärt. Es handle sich um eine 240 Liter Biotonne welche von 1998 bis 2007 im ehemaligen Kreisgebiet im Einsatz gewesen sei. „Diese Tonne war relativ markant, denn sie hatte einen braunen Deckel und ein graues Unterteil.“ Auf dem Deckel habe sich nicht die übliche Prägung „AEW Wanzleben“ befunden, sondern die Prägung „Bördekreis“. „Außerdem befand sich auf der Vorderseite des Behälters nicht das Logo des Herstellers, sondern ein großer weißer Aufkleber im A4-Format“, erklärt Alexander Smoljanovic fachmännisch weiter. Dieser Aufkleber habe den Nutzern Hinweise gegeben, welche Abfälle in die Biotonne einzufüllen seien und welche nicht.

Wer helfen kann, soll sich melden

Bereits 2007 sei die Tonne der Begierde durch neue Exemplare ersetzt worden. Die neue Version habe auf dem Deckel „Landkreis Börde“ stehen. „Daran habe ich aber kein Interesse.“ Es gehe ihm lediglich um das alte Modell von 1998. Die 120 Liter Version habe er bereits. „Die habe ich dankenswerterweise von einer Familie aus Wanzleben bekommen.“ Im Gegenzug habe er sich mit einem Modell einer Tonne bedankt. Alexander Smoljanovic ist davon überzeugt, dass irgendwo im ehemaligen Bördekreis noch eine solche Tonne in der 240 Liter Version zu finden sei. 14 Jahre seien zwar eine lange Zeit, aber gerade viele Grundstücksbesitzer würden die alten Tonnen als Lagerbehältnisse für Tierfutter oder Streugut nutzen. „Wer eine Biotonne in gutem bis sehr gutem Zustand hat, darf sich gerne bei mir melden.“ Erst kürzlich sei er mehrere Stunden durch den ehemaligen Bördekreis gefahren und habe nach dem Objekt der Begierde gesucht. „Leider bisher ohne Erfolg.“ Aufgeben käme für den jungen Mann aber nicht in Frage. „Ich bin mir sicher, dass sich irgendwo noch so eine Tonne in Privatbesitz befindet.“

„Eine Garantie gibt es nicht den Müllbehälter zu finden gibt es nicht, aber ganz sicher eine Chance. Wenn eine Person aus dem alten Bördekreis oder Umgebung den gesuchten Müllbehälter in einem guten Zustand hat, dann ist Sie recht herzlich eingeladen, mich zu kontaktieren“, erklärt der Sammler weiter.

Vorrangig habe Smoljanovic auch über Plattformen wie Facebook und ebay Kleinanzeigen gesucht. „Allerdings ist das Echo hier auch eher verhalten. Vor allem die ältere Generation ist nicht unbedingt so viel im Internet unterwegs.“ Deswegen hoffe er, dass er mit seinem Gesuch in der Volksstimme vielleicht doch noch einen Mülltonnen-Besitzer aus der Reserve locken könne. So ganz die letzte Tonne scheint es dann aber doch nicht zu sein. „Ich interessiere mich übrigens auch für 240 Liter Tonnen von Sulo, wo nur Wanzleben, ohne AEW, drauf steht.“ Diese Biotonne von 1991 sei im übrigen komplett grau.

Wer die gesuchte Tonne besitzt und an Alexander Smoljanovic abgeben möchte, der kann sich unter der Telefonnummer 01718005494 oder E-Mail unter wbs.deutschland@gmail.com melden.