Osterweddingen l Die Schüler der vierten Klasse sind die ersten in der Osterweddinger Sporthalle. Schulleiterin Petra Meyer bereitet mit ihnen schon einmal den Programmteil der Veranstaltung vor. Dabei werden die von den Kindern angefertigten Stücke auf einer bunten Unterlage aufgebaut, um sie dann bei der Auswertung präsentieren zu können.

Techniker vom Dienst ist an diesem Tag der zehnjährige Lennox. Er unterstützt die Schulleiterin und sorgt dafür, dass die Beschallung problemlos funktioniert. Die übrigen Mädchen und Jungen schauen sich die Projektergebnisse schon einmal an. Stolz zeigt Matthis (10 Jahre alt) seine Werke. Er hat ein Osternest aus Sauerteig angefertigt und noch dazu bunt bemalt. Auch im Basteln hat der Viertklässler echtes Talent, denn zusätzlich präsentiert er noch einen kleinen Osterkorb. Das sorgt für Staunen bei Celina (19 und Samanta (11), die sich die beiden Stücke ganz aus der Nähe betrachten.

Imker-AG ist besonderes Angebot

Aber auch besondere Dinge, die Kinder aus den anderen Klassen hergestellt haben, bekommen von den Viertklässler Lobesworte. An diesem Tag werden aber nicht nur Bastelarbeiten und selbst gemalte Bilder bewertet, auch eine noch zierliche Tomate und ein Blumenkasten voller Setzlinge gehören dazu. In der Osterweddinger Grundschule bekommen die Kinder auch eine Rundumschulung in Ökologie. Es gibt einen Schulgarten, der mit Pflanzen bestückt wird. Deren Entwicklung beobachten die Schüler und von den Früchten darf auch gern genascht werden – wenn sie dann über den Sommer heranreifen.

Bilder

Ein besonderes Angebot ist zudem noch die Imker-AG, in der sich die Kinder mit den Bienen, ihrer enormen Wichtigkeit für die Natur und natürlich dem Endprodukt beschäftigen können. „Der Osterweddinger Grundschulhonig ist ein echter Renner“, bestätigt auch die Schulleiterin. „Er wird hier bei uns bis zum Endprodukt verarbeitet und dann an die Leute vergeben.“

Die Sporthalle füllt sich plötzlich ganz schnell. Auch die Schüler der anderen Klassen sind angekommen und platzieren sich um den Ort der Präsentation, dabei werden sie von den Lehrern eingewiesen. Mit dabei ist auch Gabi Asmus. Sie ist eigentlich im Jahr 2015 in Rente gegangen. „Sie hat sich bereit erklärt, noch einmal bis zum Schuljahresende tätig zu sein“, erklärt die Leiterin. „Dabei vertritt sie eine erkrankte Lehrerin. Das ist eine wirklich tolle Sache.“

Mehrere Projekttage im Jahr

Gabi Asmus ist schon wieder ganz in ihrem Element. „Die Arbeit mit den Kindern macht mir Spaß“, sagt sie. „Das ist eine Grundvoraussetzung für den Lehrerberuf.“ Bevor es an die Auswertung der Ergebnisse des Werkstattunterrichts geht, stimmt Petra Meyer die Kinder mit dem Begrüßungslied ein und alle singen kräftig mit. Danach folgt ein buntes Programm mit Musik und Gedichten. Den Kindern macht die Sache sichtlich Spaß. „Solche Projekttage absolvieren wir öfter im Jahr“, berichtet die Leiterin. „Zum Frühling, im Herbst und zu Weihnachten sind die Talente der Schüler gefragt“, erzählt sie. „Immer sind alle Klassen daran beteiligt.“

Die Besonderheit ist, dass die Kinder nicht nur als Künstler oder Hobbygärtner tätig werden, sie sind auch ihre eigenen Chefs, die die Qualität beurteilen müssen. „Ein Kind bewertet auf diese Weise die Qualität, die ein anderes Kind in das Projekt investiert hat“, sagt die Leiterin. „Diesen Modus wenden wir schon seit vielen Jahren an und sind damit immer ganz gut gefahren.“ Die gestellten Aufgaben werden im Allgemeinen mit viel Ideenreichtum und Enthusiasmus erfüllt. Dafür gibt es entsprechenden Applaus von den Versammelten.