Wernigerode l Es tut sich etwas auf dem Gelände hinter der Liv-Ullmann-Förderschule in Wernigerode. Baufahrzeuge rollen über die brachliegende Fläche. Pflastersteine werden verlegt. Bagger graben sich ins Erdreich. Nicht etwa, um die Bebauung eines Luxuswohnviertels vorzubereiten, wie einige Anwohner mutmaßen. „Nein, wir bauen einen Sportplatz für die Förderschule“, erklärt Architekt Thomas Hottenrott. Das geplante Wohnviertel „Küchengarten“ entstehe später und auf dem Areal nebenan.

Lange mussten sich die Schüler und Lehrer gedulden. Der alte Sportplatz der benachbarten und 2011 abgerissenen Gorki-Schule wurde vor einigen Jahren provisorisch für die Liv-Ullmann-Schüler hergerichtet. „Für uns stand fest, dass die Schule einen neuen Sportplatz bekommen muss“, sagt Lonny Heute von der Harzer Kreisverwaltung, die als Schulträger für das Bauprojekt verantwortlich ist. Es habe jedoch gedauert, bis die Finanzierung stand.

An der Schule lernen derzeit 83 Erst- bis Zehntklässler mit leichten bis schweren körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen. „Deshalb ist es wichtig, unterschiedliche Bereiche zu schaffen, die barrierefrei erreichbar sind“, so Heute.

Kosten 500.000 Euro

Seit Ende August wird rund um die Schule gebaut. Für 500 000 Euro netto soll ein kombinierter Pausen- und Sportplatz errichtet werden. Der Sportbereich erhält einen Tartanboden, Ballfangnetze, Tore und Basketballkörbe. Daneben sind eine große Sandkiste, Bänke, Hochbeete sowie ein Spielbereich mit Wipptieren, einer Nestschaukel und Klettergeräten vorgesehen. Laut Thomas Hottenrott sollen diese Arbeiten bis Ende November abgeschlossen sein.

Nach der Winterpause ist geplant, den alten Pausenhof direkt am Schulgebäude zu pflastern und mit einer rollstuhlgerechten Rampe an den Sport- und Spielbereich anzubinden.

Danach rückt die Baustelle vor die Schule an die Walther-Rathenau-Straße. Viele Anwohner störten sich in der Vergangenheit an dem Verkehrschaos am Morgen zu Schulbeginn sowie am Nachmittag. Die Eltern und Behindertentransporte fahren direkt vor das Gebäude, die Kinder steigen aus und ein, die Lehrer parken dazwischen. „Das wollen wir mit einer schleifenförmigen Zufahrt entschärfen“, so der Architekt. Die neuen Parkflächen für die Lehrer seien zukünftig über die Lindenallee zu erreichen. „Wir streben eine gemeinsame Einfahrt für unseren Parkplatz und für die Tiefgarage in dem entstehenden Wohngebiet an“, sagt Lonny Heute. Darüber werde noch mit der Stadtverwaltung verwandelt, die die Erschließung des Quartiers vorantreibt.