Schierke l Die ersten Gäste sollen am 27. Oktober ihre Zimmer in den „Bergwald-Lodges“ beziehen. Zwei der insgesamt sechs Blockhäuser in Unterschierke sind fertiggestellt, in zwei weiteren beginnt gerade der Innenausbau. Bis zum Winter sollen alle Ferienwohnungen für Urlauber zur Verfügung stehen.

Bei der Einweihung des Rohbaus der Ferienhäuser auf dem Gelände des ehemaligen Hotels „Harzland“ betont Thomas Rader, einer der sechs Investoren aus Norddeutschland, wie schwierig die Bauarbeiten bisher waren. Nach dem Abriss der Brandruine Ende vergangenen Jahres sorgte viel Regen für Verzögerungen der Arbeiten. „Danach haben die Bagger mit gefühlt jedem Griff ins Erdreich einen Findling zu Tage gefördert“, sagt der Hannoveraner. So hätten sich die Kosten für die sechs Freunde aus Norddeutschland, die die Ferienwohnungen der gehobenen Klasse vermieten wollen, deutlich erhöht.

Hochwertige Ausstattung

Doch jetzt stehen die sechs Häuser an der Alten Dorfstraße: naturbelassene Holzbhohlen aus robuster Nordischer Kiefer, gekrönt von kupferroten Ziegeldächern. „Jedes der individuell gestalteten Häuser bietet in drei Schlafzimmern Platz für sechs bis acht Gäste und verfügt über zwei Bäder sowie eine hochwertige Einbauküche“, sagt Rader.

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Den Namen ihrer Ferienhäuser erläutern die Bauherren wie folgt: „Der Begriff ‚Harz‘ stammt vom Wort ‚Hart‘ aus dem frühen Mittelalter – und das bedeutet Bergwald.“ Ihre Liebe zum Harz und zu Blockhütten hat sie vor zehn Jahren während eines Urlaubs in der Region entdeckt, sagt Mitinvestorin Eva Dickmann.

Schandfleck ist weg

Sie und ihr Mann Matthias Braun hätten danach jeweils zwei Holzhäuser am Hermann-Löns- und am Bodeweg in Schierke erworben, die sie vermieten. Das Paar aus Meddewade bei Hamburg habe nach und nach die Familien Rader und Rau für den Tourismus im Harz begeistert, berichtet Eva Dickmann.

„Schön, dass Schierke mit den Lodges ein weiteres hochwertiges Übernachtungsangebot bekommt“, sagt Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos). Durch die Blockhütten verschwinde endlich der Schandfleck der Brache aus Schierkes Mitte. Gleichzeitig werde damit auf dem Gelände eine Tradition fortgeführt. „Hier entstand 1682 mit der gräflichen Schenke das erste Gasthaus in unserem Dorf“, informiert Ortsbürgermeisterin Christiane Hopstock (CDU).

„Wir müssen uns oft rechtfertigen, so viel Geld in Schierke zu investieren“, sagt Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Hartmut Möllring (CDU). Doch an Beispielen wie den gerade entstehenden Ferienhäusern zeige sich, „dass öffentliche Ausgaben Investitionen von Privatleuten nach sich ziehen“. Ebenso wie er hoffen die sechs Bauherren der Blockhäuser auf mehr Investoren, damit „Schierke eine touristische Hochburg“ werde.