Wandern

Auf Adolf Justs Spuren durch den Harz mit neuem Wandernadel-Heft

1896 trat Adolf Just mit der Naturheilanstalt im Eckertal einen Trend los. Zum Jubiläum legt die Harzer Wandernadel ein Themenheft auf.

Von Holger Manigk
Die Regenstein-Mühle bei Blankenburg ist eine der sieben Stempelstellen des neuen Sonderhefts der Harzer Wandernadel.
Die Regenstein-Mühle bei Blankenburg ist eine der sieben Stempelstellen des neuen Sonderhefts der Harzer Wandernadel. Foto: Holger Manigk

Blankenburg - Was haben der Jungborn im Eckertal, das Kreuz des Deutschen Ostens bei Bad Harzburg, das Kloster Ilsenburg und die Sandhöhlen im Heers gemeinsam? Sie alle gehören zu den sieben Stempelstellen eines neuen Sonderhefts der Harzer Wandernadel. Das Büchlein führt auf die Spur der Familie Just, die nicht nur hinter der in Blankenburg gegründeten Heilerde-Gesellschaft Luvos steht.

Gründer Adolf Just eröffnete 1896 – vor exakt 125 Jahren – seine Naturheilanstalt im Eckertal. „Seine Urenkelin Ariane Kästner, die nun das Familienunternehmen leitet, fragte bei uns an, ob wir zu diesem Jubiläum nicht eine Idee hätten“, erläutert Wandernadel-Chef Klaus Dumeier. Der Vorschlag eines Themen-Weges quer durch den Harz sei schnell verworfen worden, stattdessen fokussierten sich die Macher mit dem Jungborn-Förderverein aus Stapelburg auf ein Sonderheft.

Auflage von 2500 Stück

„Bislang haben wir einen sehr guten Absatz, obwohl wir das Heft noch nicht groß beworben haben“, berichtet Dumeier weiter. „Natur und Gesundheit“ erscheine zunächst in einer Auflage von 2500 Exemplaren. „Dann sehen wir, ob wir weitere drucken lassen.“ Der Geschäftsführer der Wandernadel sei frohen Mutes, dass das Just-Sonderheft ein ähnlicher Erfolg werde wie „Wandern gegen den Krebs“, dessen Verkaufserlös zu 100 Prozent in den Verein Kinderkrebshilfe Harz fließt.

Was Adolf Just Ende des 19. Jahrhunderts in der Region schuf, können Wanderer mit der neuen Broschüre an vier Stationen bei Stapelburg, Bad Harzburg, Ilsenburg und Blankenburg nachvollziehen. „Der Jungborn war damals ein echtes Novum – und ein Durchbruch für den Harz-Tourismus“, sagt Klaus Dumeier. Die Naturheilanstalt im Eckertal entwickelte sich schnell zur größten in ganz Deutschland, Prominente wie der Schriftsteller Franz Kafka erholten sich dort. „Die Bedeutung lässt sich unter anderem daran ablesen, dass es zweimal täglich eine Zugverbindung vom nahen Bad Harzburg bis nach Italien gab“, berichtet der Wandernadel-Chef weiter. Bis zu 350 Gäste sollen den Jungborn täglich besucht haben.

Bewegte Firmengeschichte

In der Kurstadt hinterließ Just mit bis zu vier Kauf- und Versandhäusern seine Spuren – einer Art Vorläufer der heutigen Reformhäuser. Sein jüngerer Bruder Gustav eröffnete in der Nachbarstadt Ilsenburg ein ähnliches Geschäft, aus dem sich eine Heil- und Nährmittelfabrik entwickelte.

1918 gründete Adolf Just die Heilerde-Gesellschaft Luvos in Blankenburg, die den eiszeitlichen Löss aus der Region noch heute aufbereitet. Nach dem Tod ihres Gründers 1936 und dem Zweiten Weltkrieg baute Schwiegersohn Otto Köhler die Firma im hessischen Bad Homburg wieder auf. In Blankenburg wurde die Produktion bis zur Wiedervereinigung eingestellt. Inzwischen ist die Luvos GmbH mit Sitz im Taunus Marktführer für Heilerde in Deutschland.