Wernigerode l Wer durch die untere Breite Straße geht, der sieht und hört: Die Bauarbeiten schreiten unter Hochdruck voran. Ende Oktober soll der dritte Bauabschnitt voraussichtlich beendet werden, heißt es aus der Wernigeröder Stadtverwaltung. „Die Arbeiten liegen voll im Plan“, teilt Sprecherin Winnie Zagrodnik auf Volksstimme-Anfrage mit.

Geändert hat sich indes der Gesamtfahrplan für das Vorhaben: Mit dem vierten Bauabschnitt, der von der Johannisstraße bis zur Ringstraße reicht und im kommenden Jahr beginnen soll, kann die Umgestaltung der Verkehrsader noch nicht abgeschlossen werden, heißt es aus dem Rathaus. Beim vierten Bauabschnitt soll, anders als zuvor, keine provisorische Asphaltdecke die Fahrbahn verschließen, sondern gleich das Natursteinpflaster eingebaut werden.

Ursprünglich war geplant, im vierten Bauabschnitt auch die Asphaltdecke auf den Abschnitten 1 bis 3 zu entfernen und zu pflastern. Dies betrifft eine Fläche von zirka 1100 Qudratmetern. Die Arbeiten sollen abschnittsweise, der Einteilung der Bauabschnitte folgend, erledigt werden, damit die Einzelhändler erreichbar bleiben. Derzeit wird aber damit gerechnet, dass die Arbeiten voraussichtlich erst im Mai 2020 beginnen können. Damit habe man zu wenig Zeit, um bis Jahresende fertig zu werden. Daher beginnen die Pflasterarbeiten erst 2021.

Ablehnung im Ausschuss

Zwar wurde dies in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses noch nicht klar ausgesprochen. Vielmehr hieß es, dass man noch nicht wisse, ob 2020 komplett gepflastert wird. Die Aussicht auf Bauarbeiten bis 2021 stieß bei den Ausschussmitgliedern gleichwohl auf Ablehnung. Ein weiteres Jahr Baustelle könne man den Einzelhändlern in der unteren Breiten Straße nicht zumuten, sagte Matthias Winkelmann (CDU). „Das wäre tödlich für viele.“ Eine Einschätzung, die Thomas Storm teilt. „Wenn wir das Spiel nächstes Jahr wieder haben, überleben sie das nicht.“

Aus der Wernigeröder Stadtverwaltung heißt es derweil, dass die Pflasterarbeiten weniger stören werden als der vorhergehende Straßenbau. „Infolge der fertiggestellten und breiten Gehwege und eines verhältnismäßig ruhigen Bauablaufs“ sei „mit einer deutlich geringeren Beeinträchtigung des Umfeldes“ zu rechnen, heißt es.

Auch dieses Jahr sind die Bagger erst im Mai angerollt. Der Grund sei, dass erst der Haushalt beschlossen und genehmigt sein müsse, bevor die Ausschreibung starten könne. „Das ist ein allgemeines Dilemma“, so Baudezernent Burkhard Rudo im Ausschuss.

Kosten im Haushaltsrahmen

Inzwischen weiß man zudem, dass die Umgestaltung mehr kostet als ursprünglich veranschlagt. Eine genaue Summe könne man nicht nennen. Der Haushaltsrahmen werde aber laut Stadtverwaltung nicht gesprengt.

Derzeit werden die Borde auf der nördlichen Straßenseite gesetzt. Danach folgt die Südseite. Zudem werden das Plattenband verlegt und Natursteinpflaster gesetzt, heißt es aus dem Rathaus. Die Stadtwerke haben ihre Hausaufgaben erledigt – bis auf ein Elektrokabel, das noch zu verlegen ist. Der Wasser- und Abwasserverband Holtemme-Bode soll in der Großen Schenkstraße noch einen Teil eines Regenwasserkanals verlegen. Dann soll die provisorische Asphaltdecke auf die Fahrbahn kommen.