Schierke l Der Kranarm setzt sich in Bewegung. Am Haken ein Stahlträger, der sich langsam senkt. Millimeter für Millimeter. Auf der derzeit wohl größten Baustelle im Harz wird emsig gearbeitet. Für sieben Millionen Euro entsteht hier eine moderne multifunktionale Veranstaltungsstätte – Schierkes Feuerstein-Arena. Noch etliches ist zu tun, bis der Frost einsetzt. Und der hält in dem 600-Seelen-Örtchen am Fuße des Brockens bekanntermaßen etwas eher Einzug.

Sockel fast vollendet

Seit dem Baustart im Mai hat sich viel getan. Gut 1000 Kubikmeter Beton wurden bereits verbaut. „Das meiste davon ist unterirdisch versteckt“, informiert Bauüberwacher Jörg Gerlach. Wie die beiden 90 Meter langen Schalungen für die zwei Zugbänder, die unter der Erde verlegt und einbetoniert wurden. Sie verbinden die beiden Fundamente und sollen die Kraft des imposant geschwungenen, 76 Meter langen Daches aufnehmen. Die Sockel selbst sind inzwischen fast vollendet. Die zwei Spannbetonträger sind drei Meter hoch, gehen zwei Meter tief in den Boden und erinnern in ihrer Gestalt ein wenig an ägyptische Pyramiden. Sie werden noch mit Betonfaserplatten verblendet, so Gerlach.

Auch die beiden Funktionsgebäude sind bereits erkennbar. Später sollen sie unter anderem die Technik, die Umkleidekabinen sowie die Gastronomie beherbergen.

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Verzögerung soll aufgeholt werden

Für Gesprächsstoff sorgt nach wie vor die Dachkonstruktion der Arena. Gegenüber der Volksstimme hatte Baudezernent Burkhard Rudo kürzlich eingeräumt, dass es bei der Auftragsvergabe zu Problemen gekommen sei. Ein unterlegener Bieter habe ein Nachprüfverfahren angestrengt. Die Ausschreibung sei dadurch zwar nicht aufgehoben, jedoch müssen die Angebote der sieben Firmen erneut eingeholt und bewertet werden.

Knackpunkt: Die Vergaberechtsstreitigkeiten könnten zu Verzögerungen beim Bau führen. „Plan ist es nach wie vor, im Dezember 2017 fertig zu werden“, betonte Bauamtschef Jörg Völkel in der Sitzung des zeitweiligen Schierke-Ausschusses. „Das ist durchaus noch im Bereich des Machbaren – unter optimalen Bedingungen, wenn der Winter uns keinen Strich durch die Rechnung macht.“ Man versuche momentan, die Bauabläufe zu optimieren, um den Zeitverzug von etwa acht Wochen aufzuholen. Ob sich das wiederholte Vergabeverfahren auf die Kosten des Millionenprojektes auswirkt, weiß Jörg Völkel noch nicht zu sagen.