Blankenburg l Der Schock sitzt tief bei den Menschen, die nach der Explosion am Freitag ihre Wohnungen verlassen mussten. Am Sonntag konnten die Bewohner von Wohnungen kurzzeitig dorthin zurückkehren, um persönliche Dinge und wichtige Unterlagen herauszuholen. „Manche brachten es einfach nicht über sich, ihre Wohnung zu betreten. Angehörige haben dann für sie die benötigten Dinge herausgeholt“, erzählt Blankenburgs Bürgermeister Heiko Breithaupt (CDU).

55 Menschen aus den Mehrfamilienhäusern in der Bertolt-Brecht-Straße mussten am Freitagmorgen ihre Häuser verlassen, nachdem es in einer Wohnung im ersten Obergeschoss des Hauseingangs Nummer 3 zu einer Explosion gekommen war (die Volksstimme berichtete). Dabei kam ein Bewohner ums Leben, zahlreiche weitere wurden verletzt, zwei von ihnen schwer.

Notwohnungen

Die meisten kamen bei Freunden und Verwandten unter. Weitere können zwei Notwohnungen nutzen, die von der Wohnungsgesellschaft und der Wohnungsbaugenossenschaft zur Verfügung gestellt wurden, informiert Breithaupt weiter.

Bilder

Heute ab 14 Uhr soll es Betroffenen erneut ermöglicht werden, wichtige Dinge aus ihren Wohnungen zu holen. Heiko Breithaupt appelliert an die Menschen aus Häusern in der Brecht-Straße, sich dafür unbedingt bei der telefonischen Bereitschaft der Wohnungsgesellschaft anzumelden, da sie beim Weg in die Wohnung begleitet werden.

Sicherung

Wie es nach der Explosion um die Statik der Häuser im Wohngebiet Regenstein bestellt ist, soll in dieser Woche geklärt werden. Eines schließt Heiko Breithaupt definitiv aus: dass die betroffenen Menschen das Weihnachtsfest in ihren Wohnungen in der Bertolt-Brecht-Straße feiern. Derzeit seien auch die Versorgungsleitungen abgeschaltet worden. Helfer des Technischen Hilfswerkes aus Quedlinburg haben am Sonntag die Sicherungsarbeiten an den Häusern fortgesetzt.

Obduktion

„Das ist für uns alle eine extreme Situation und unglaublich kräftezehrend, auch für meine Mannschaft in der Stadtverwaltung und die vielen Helfer“, schätzt der Blankenburger Bürgermeister ein. Betreuung durch Notfallseelsorger werde angeboten, sowohl für die Betroffenen als auch für die Ersthelfer. Bei drei von ihnen bedankte sich der Stadtchef unmittelbar vor Ort beziehungsweise telefonisch.

Indessen ist die Identität des Bewohners, der bei der Explosion ums Leben gekommen ist, noch nicht endgültig geklärt. Klarheit in dieser Frage solle eine Obduktion bringen, so eine Polizeisprecherin auf Volksstimme-Anfrage. Für die Obduktion gebe es jedoch noch keinen Termin. Der Zustand der beiden anderen Schwerverletzten sei zwar kritisch, es bestehe aber keine Lebensgefahr mehr.

Hilfsmöglichkeit

Nachdem der Tatort untersucht und die Spuren gesichert seien, müssten diese nun ausgewertet werden um zu ermitteln, wie genau es zu der verheerenden Explosion gekommen sei. Dass eine Gasflasche diese verursacht habe, sei „sehr sehr wahrscheinlich“, so die Polizeisprecherin.

Die Stadt Blankenburg hat ein Spendenkonto für die Betroffenen eingerichtet. Stadt Blankenburg (Harz), Harzsparkasse, DE78 8105 2000 0320 2531 04, Verwendungszweck: Bertolt-Brecht-Straße. Die Rufbereitschaft der Wohnungsgesellschaft ist unter Telefon (03944)9 52 44 oder 0171/2 17 22 83 erreichbar. Weitere Informationen gibt es hier