Wernigerode l Setzen Mitarbeiter des Harzklinikums sich und Patienten in der Corona-Krise einem Gesundheitsrisiko aus? Das befürchten zumindest einige Beschäftigte im Wernigeröder Krankenhaus. Grund dafür ist eine Dienstanweisung zum ressourcenschonenenden Umgang mit Schutzmaterialien, die Angst vor einer Gesichtsmasken- und Desinfektionsmittel-Knappheit aufkeimen lässt. Solche Gerüchte dementiert Klinikumssprecher Tom Koch auf Volksstimme-Anfrage am Donnerstagnachmittag entschieden: „Stand jetzt gibt es keine Versorgungsengpässe.“ Es gelte aber, dass „sich das jederzeit ändern“ könne.

Alle Harzklinikum-Mitarbeiter mit Patientenkontakten und beim Unterschreiten des notwendigen Abstandes von 1,50 bis zwei Metern trügen einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz (MNS). Einen solchen erhielten ebenfalls Patienten mit Erkältungssymptomen. „Dieser Schutz wird getragen, um das Ausbreiten von Tröpfchen in der Umgebung zu verhindern“, erläutert Koch.

Gebe es bei Patienten einen Covid-19-Verdacht oder sei eine Infektion bereits nachgewiesen, „tragen die versorgenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Harzklinikums FFP-Masken.“ Diese partikelfiltrierenden Halbmasken schützen je nach Ausführung zusätzlich vor dem Einatmen von Tröpchen und Aerosolen.

Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts

„Der Turnus, wie oft Masken (MNS/FFP) getragen werden, ist abhängig von der Tragenutzung“, berichtet der Krankenhaus-Sprecher weiter. Das könne von einer pro Schicht reichen bis zu entsprechend längeren Zeiträumen, „auch mehrere Tage“ – wenn der Schutz nur gelegentlich aufgesetzt wird. Mit diesen Regelungen orientiert sich das Harzklinikum an Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts.

Bei der Händedesinfektion verfahre man nach einer Vorgabe der Weltgesundheitsorganisation (Englisch „World Health Organisation“/WHO). Dieses Modell der „Fünf Indikationen der Händedesinfektion“ beruht auf Erkenntnissen, wie Erreger im Krankenhaus übertragen werden, und sieht vor: Krankenhauspersonal soll seine Hände vor und nach jedem Patientenkontakt reinigen, um sich selbst, den jeweiligen und die nachfolgenden Behandelten vor Erregern zu schützen.

Desinfektion schreibt die WHO zudem vor aseptischen Tätigkeiten sowie nach Kontakt mit potenziell infektiösen Materialien vor. Zu Letzteren zählen unter anderem Körperflüssigkeiten, Exkrete, Schleimhäute und nicht intakte Haut sowie Wundverbände. Dazu gehört auch der Wechsel zwischen kontaminierten und sauberen Körperbereichen während der Patientenversorgung.

Zudem sind die Mitarbeiter angehalten, sich die Hände zu desinfizieren nach Kontakt mit Oberflächen in unmittelbarer Umgebung von Patienten, etwa medizinischen Geräten, sowie direkt nach dem Ausziehen der eigenen Schutzhandschuhe.