Wernigerode l Die Eiszeit in Schierke ist vorbei. Freitagabend, nachdem die letzten Gäste ihre Schlittschuhe abgestreift hatten, zog der Eismeister den Stecker der Kühlmaschine. Seit Mitte Dezember war das Gerät im Einsatz, um für optimale Eislaufbedingungen in der Schierker Feuerstein-Arena zu sorgen.

Die Bilanz des ersten Winters fällt positiv aus. „Mehr als 32.000 zahlende Gäste – damit liegen wir über unseren Erwartungen“, sagt Arena-Chef Andreas Meling. Eigentlich sei mit 30.000 Eisläufern von November bis April gerechnet worden. „Und weil wir erst am 15. Dezember eröffnet haben, fehlen uns diesmal sogar sechs Wochen zu einer kompletten Saison.“ Dazu kommen viele weitere Gäste, die kostenlose Veranstaltungen in der Arena besucht oder einfach nur einen Glühwein getrunken haben. Experten prognostizieren knapp 100.000 Besucher für das ganze Jahr 2018.

Auch mit den Einnahmen zeigt sich Meling zufrieden. Bisher landeten über 220.000 Euro in der „Arena-Kasse“, darin enthalten Einkünfte aus Eintritten und Schlittschuh-Verleih, Werbe- und Sponsoring, Vermietung und Pacht.

Schwarzfahrer in ersten Arena-Wochen

Und es hätte sogar noch ein bisschen mehr sein können. Denn den ersten Wochen nach der Eröffnung waren etliche Eisläufer teils unwissentlich „schwarz gefahren“, weil sie die Kasse schlichtweg übersehen hatten. „Da haben wir inzwischen nachgebessert“, sagt Meling. Die Mitarbeiter an der Kasse würden aufpassen, wer zahlt und wer nicht. „An den Wochenenden haben wir das noch mit Securityleuten verstärkt.“ „Zeche prellen“ sei künftig überhaupt nicht mehr möglich. „Wir stellen demnächst Drehkreuze am Eingang zur Eisfläche auf.“

Bis zu zehn Tage dauert es, bis das Eis völlig abgetaut ist. Das Tauwasser versickert in der offenporigen Asphaltschicht und wird dann in die Kalte Bode geleitet. Still wird es in der Arena trotzdem nicht. Bauarbeiter stellen in den nächsten Wochen die Terrassen und die Fassadenverkleidung fertig. Darüber hinaus müssen die Freitreppen gebaut und der Schneefang am Dach angebracht werden.

Parallel dazu bereitet das Arena-Team die Sommersaison vor, die Mitte Mai startet. Der Clou: Eislaufbegeisterte müssen in den warmen Monaten nicht auf ihre Schlittschuhe verzichten. Sie können auf einer 14 mal 24 Meter großen Kunststoffbahn ihre Runden drehen – „in kurzen Hosen und mit einem Caipi in der Hand“, wie Andreas Meling sagt.

Kunstsoffmatten für Schlittschuhläu

„Es gab viele Anläufe für das Sommerkonzept.“ Idee sei es gewesen, den Spaß am Eislaufen in den Sommer zu retten und Familien mit Kindern etwas zu bieten. Auch die Eishockeyspieler können auf der Plastikbahn trainieren. Die Kunststoffmatten, Marke „Icefloor 365“, sind nicht gekauft, sondern nur angemietet worden. „Wir wollen erstmal testen, wie das Angebot ankommt“, so Andreas Meling.

Ein weiteres Highlight in der Arena soll das Klettern werden. Vier Meter hoch, 15 Meter breit und mit weichen Fallmatten ausgestattet ist die Kletterwand, die Besucher erklimmen können. Ein Hüpf- und Springareal und Bänder zum Balancieren ergänzen das Sommerangebot.

Die Anlagen lassen sich schnell auf- und wieder abbauen. Diese Flexibilität sei wichtig, betont Andreas Meling. Denn schließlich soll die Arena auch für Veranstaltungen genutzt werden, darunter das Konzert des Christin Claas Trios mit dem Philharmonischen Kammerorchester im Juni und „Ostrock meets Classic“ im September. Den Auftakt bildet bereits am 28. April die Walpurgis-Aufwärm-Party mit Livemusik von 3G.