Minsleben l Ist endlich die Lösung für das Feuerwehr-Gerätehaus in Minsleben in Sicht? „Wir sind auf einem sehr guten Weg“, sagt Anja Münzberg. „Wenn das alles so funktioniert, wird es eine gute Lösung.“ Anja Münzberg drückt sich sehr vorsichtig aus in der Sitzung des Minslebener Ortschaftsrates. Mehr dürfe sie nicht sagen, um die abschließenden Verhandlungen nicht zu gefährden, so die Chefin des Wernigeröder Ordnungsamtes. Für die Feuerwehrleute sind das dennoch richtig gute Nachrichten.

Seit Jahren kämpfen sie mit Ortswehrleiter Frank Siedenberg an der Spitze für ein neues Gerätehaus. Ihr altes Domizil ist viel zu klein für die 23 Mann starke Einsatztruppe und die beiden Löschfahrzeuge. Außerdem weist das Gebäude etliche Sicherheitsmängel auf. Zwischenzeitlich hatten die Kameraden schon fast resigniert, weil sich aus ihrer Sicht nichts bewegte.

Laut Anja Münzberg könne es jetzt aber ganz schnell gehen. „Das wird ziemlich zügig laufen“, sagt die Amtsleiterin. Das Eisen, das die Wernigeröder Stadtverwaltung im Feuer hat, heißt Harsing. Die Minslebener Familie hatte der Stadt Anfang 2017 eine leerstehende Halle zur Miete angeboten. Der Vorschlag: Die Harsings lassen die Werkhalle für 850 000 Euro normgerecht zum Feuerwehr-Gerätehaus ausbauen. Die Stadt verpflichtet sich im Gegenzug zu jährlichen Zahlungen bei 25 Jahren Laufzeit. Das erste Angebot, eine Summe im hohen fünfstelligen Bereich, war Stadtchef Peter Gaffert (parteilos) jedoch deutlich zu teuer. Familie Harsing hatte bis Ende 2017 Zeit, ihr Angebot nachzubessern. Das taten sie und brachten darüber hinaus kurz vor Weihnachten die Möglichkeit des Mietkaufs ins Spiel.

Diskussionsbedarf

Was am Ende den Ausschlag gegeben hat, da hält sich Anja Münzberg bedeckt. „Wir wollen den Ball diese Woche noch flach halten.“ In der kommenden Woche könne sie vielleicht schon konkretere Aussagen treffen. „Grobziel“ der Verwaltung sei es nun, den Stadträten zu ihrer Sitzung am 22. Februar eine Beschlussvorlage zur Diskussion vorzulegen.

Denn reichlich Diskussionsbedarf wird es geben, auch wenn die Lösung zum Greifen nah scheint. Es steht nämlich eine zweite Idee für das Feuerwehr-Domizil im Raum. Die Stadträte Matthias Winkelmann (CDU) und Thomas Schatz (Linke) hatten sich zuletzt für einen Neubau auf dem Sportplatzgelände zwischen Minsleben und Reddeber stark gemacht. Das Gebäude könnte von den Wehren der beiden Ortsteile genutzt werden. Schatz und Winkelmann hatten bereits in mehreren Sitzungen für ihre Idee geworben.

Bei Minslebens Feuerwehrleuten, den Mitgliedern des Ortschaftsrates und auch bei Ortschef Knut Festerling (SPD-Fraktion) stieß die Vorstellung eines Gerätehauses auf der „grünen Wiese“ allerdings auf wenig Gegenliebe. Die Feuerwehr gehört ins Dorf, dürfe nicht aus dem Ort gedrängt werden, hieß es aus Minsleben. Zudem seien die Anfahrtswege zu lang, und Mitglieder der Jugendwehr könnten das neue Domizil nicht mehr fußläufig erreichen, so die Befürchtungen der Kameraden, die sich für die Mietvariante einsetzen.

Übrigens: Minslebens Wehrleute treffen sich am Sonnabend, 27. Januar, um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus zur Jahreshauptversammlung. Auch das Gerätehaus wird an dem Abend Thema sein.