Kenia-Hilfsinitiative

Jähes Ende für Kuchenbasar in Ilsenburg wegen Infektionsschutz

Ein unerwartetes Ende hat ein Kuchenbasar der Hilfsinitiative „Steffi gives Hope“ in Ilsenburg gefunden. Das Harz-Gesundheitsamt untersagte den Betrieb.

Von Jörg Niemann
Die beiden Neunjährigen Nina (rechts) und Carlotta haben an ihrem Verkaufsstand auf dem Kuchenbasar in Ilsenburg Spielzeug angeboten, dessen Erlös ebenfalls dem Hilfsprojekt in Kenia zu Gute kommt.
Die beiden Neunjährigen Nina (rechts) und Carlotta haben an ihrem Verkaufsstand auf dem Kuchenbasar in Ilsenburg Spielzeug angeboten, dessen Erlös ebenfalls dem Hilfsprojekt in Kenia zu Gute kommt. Foto: Jörg Niemann

Ilsenburg

Der für beide Wochenendtage konzipierte Flohmarkt mit Kuchenverkauf, der von der Ilsenburgerin Stefanie Riefenstahl ins Leben gerufen wurde, ist zur Halbzeit durch ein Telefonat jäh abgebrochen worden. „Am Sonntagmorgen erhielt ich einen Anruf aus dem Gesundheitsamt des Landkreises und wurde aufgefordert, binnen einer Stunde den Markt zu beenden. Das Risiko von Infektionen sei zu hoch“, sagte Riefenstahl, die Gründerin von „Steffi gives Hope“.

Die Frau am anderen Ende der Leitung sei sehr nett und auch mitfühlend gewesen - „aber sie hatte rechtlich offenbar gar keine andere Möglichkeit“, erläuterte die Ilsenburgerin gegenüber der Volksstimme. Der on Helferinnen selbst gebackene Kuchen sei beanstandet worden.

„Die Frau vom Gesundheitsamt sagte mir, dass am Samstagabend eine Anzeige wegen des Kuchens im Gesundheitsamt eingegangen sei.“ Auf Grund dieser sei das Amt zur Prüfung gezwungen und letztlich zur Entscheidung des Verbots des kleinen Marktes gezwungen gewesen.

Hygienekonzept für Markt stand

„Anfangs war ich sehr enttäuscht, aber nach einigem Nachdenken kann ich die Anordnung des Amtes auch verstehen. Obwohl ich mir zusammen mit meinen Helfern viel Mühe gegeben und ein eigenes Hygienekonzept erarbeitet habe, ist es schwierig, all Unwägbarkeiten abzusehen.“ Die Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes habe der Ilsenburgerin auch gesagt, „dass ich deswegen meine Hilfsaktivitäten nicht einstellen solle, sondern weiter daran arbeiten möge“.

Die Organisatorin freute sich über zwei Juniorpartnerinnen beim Flohmarkt. Es waren die beiden Neunjährigen Nina aus Ilsenburg ihre Freundin Carlotta aus Heimburg. Die beiden Grundschülerinnen haben über Eltern von der Hilfsinitiative erfahren und beschlossen, selbst etwas für die Kinder in Kenia zu tun. Daher nutzten sie die zwangsweise Schulschließung, um in ihren Kinderzimmern aufzuräumen und nach guterhaltenen Dingen zu suchen, die sie nicht mehr gebrauchen könnten, von anderen Kindern aber noch zu nutzen wären.

Mit Hilfe ihrer Mütter und von Stefanie Riefenstahl erhielten sie einen einen Verkaufstisch und betreuten diesen auch selbst. Beide hatten vor allem durch Fernsehsendungen von der Not der Kinder in den ärmeren Gegenden der Welt erfahren.

600 Euro Spenden an einem Tag eingenommen

Carlotta war zudem während einer Urlaubsreise durch Osteuropa mit einer Armensiedlung konfrontiert worden. „Damals ist mir bewusst geworden, wie gut ich es als Kind in Deutschland eigentlich habe. Jetzt habe ich selbst Gelegenheit, den ärmeren Kindern zu helfen“, sagte die Heimburgerin.

Das Ergebnis des abgebrochenen Basars hat Riefenstahl nach dem ersten Schock am Sonntag dann aber doch wieder in optimistische Stimmung versetzt. „Am Sonnabend kamen rund 600 Euro an Spenden zusammen, die in Kürze nach Kenia überwiesen werden. Dort ist nämlich gerade viel Bewegung in unser Hilfsprojekt gekommen“, sagte die Organsiatorin, die noch auf Fotos aus Afrika wartet, um dann über das Projekt berichten zu können.