Reddeber l Wer will fleißige Handwerker sehen ... der muss nach Reddeber gehen: Im Herzen von Wernigerodes Ortsteil entsteht ein neuer Kindergarten. Die Bodenplatte ist bereits gegossen. Der traditionelle Grundstein wurde am Donnerstag gelegt. Noch in diesem Jahr, so das Ziel der Bauarbeiter, soll der Neubau regensicher sein, sodass über den Winter der Innenausbau erfolgen kann. „Und wenn keine außergewöhnlichen Dinge auftreten“, wie Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) bei der Grundsteinlegung sagte, können Reddebers Knirpse im September 2019 einziehen.

Die Stadt Wernigerode betritt mit dem 2,2-Millionen-Euro-Projekt Neuland. Denn Bauherr und Investor ist nicht die Stadt, sondern mit den Stadtwerken eine Tochtergesellschaft. Verwaltung und Stadträte hatten sich auf diese Lösung verständigt, um vom fachlichen Sachverstand des Investors zu profitieren - aber auch um den Haushalt nicht mit einer großen Ausgabe zu belasten. „Wir sind froh und dankbar, dass die Stadtwerke eingesprungen sind“, so Peter Gaffert. Die Baukosten werden über die nächsten Jahre durch einen „soliden Mietvertrag“ von der Stadt refinanziert.

65 neue Kita-Plätze

Generalübernehmer und damit nicht nur für den Bau, sondern auch für die Planung des Flachbaus zuständig, ist Industriebau Wernigerode. „Das Unternehmen hat Erfahrungen im Bau von Kitas und Schulen“, so Geschäftsführer Peter Schmidt. In Magdeburg seien bereits mehrere Einrichtungen eingeweiht worden – übrigens auch in Zusammenarbeit mit stadteigenen Gesellschaften. „Dieses Verfahren ist also gar nicht so unüblich“, so Schmidt.

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Mit dem Neubau auf Reddebers Schützenwiese werden 65 Kindergartenplätze geschaffen. „Damit investieren wir in die Zukunft des Ortsteils“, so Wernigerodes Sozialdezernent Christian Fischer. „Denn Reddeber wächst.“ Die Plätze würden gebraucht.

Mit der neuen Kindertagesstätte in Hasserode, die in Zukunft von der Lebenshilfe Quedlinburg betrieben werden soll, seien es insgesamt 130 Platze, die im nächsten Jahr entstehen. „Das ist ein schönes Zeichen für die Stadt“, so Fischer. In Wernigerode werde viel getan für die Kinderbetreuung, sagte OB Gaffert. „Denn Kinder sind die Zukunft der Stadt.“

Besonders groß ist die Vorfreude verständlicherweise bei den zukünftigen Nutzern der neuen Einrichtung – den Mädchen und Jungen sowie den Erziehern der benachbarten Kindertagesstätte „Kleine Strolche“.

Alte Kita wird abgerissen

Die Mitarbeiter hatten schon vor Jahren Alarm geschlagen, weil die Betreuungs- und Arbeitsbedingungen in dem über 60 Jahre alten Gebäude nicht mehr hinnehmbar waren. Ein einziger Waschraum mit nur sechs Waschbecken und drei Toiletten für über 50 Kinder – um mehr Platz zu schaffen, sollte das Gebäude zuerst um einen Anbau ergänzt werden. Bei der Planung stellte sich aber heraus, dass es mit dem Umbau allein nicht getan ist. Die Innenwände hatten keine Fundamente, weitere bauliche Mängel wurden entdeckt. Deshalb die Entscheidung für den Neubau.

Das alte Gebäude, das einst als Erntekindergarten eröffnet wurde, soll abgerissen werden. Wegen der zahlreichen Mängel sei es nicht mehr auf den Markt zu bringen, so Dezernent Fischer. Auf der nun frei werdenden Fläche wollen die Schützen eine Halle für Bogensportler errichten.