Wernigerode l Der Weg für die Stadtwerke als Vermieter der Kindertagesstätte Kleine Strolche in Reddeber ist frei. Der Stadtrat hat mit einem Beschluss in seiner jüngsten Sitzung Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) beauftragt, einen Vertrag mit dem städtischen Tochterunternehmen abzuschließen – und sich damit erstmals entschieden, eine Kita nicht in Eigenregie zu bauen.

„Die Vertragsdauer soll 20 Jahre mit Verlängerungsoption betragen“, teilt Christian Fischer auf Volksstimme-Anfrage mit. Wie Wernigerodes Sozialdezernent informiert, liegt den Stadtwerken ein Grobkostenangebot vor – für ein gemauertes Gebäude auf einer Bodenplatte aus Stahlbeton. Der Mietvertrag für die Kita soll ausgearbeitet werden, sobald die Bauleistungen ausgeschrieben sind und Kostensicherheit besteht.

Zum Hintergrund: Die geplante Sanierung der maroden Kindertagesstätte wurde im Herbst gestoppt, da sich herausstellte, dass die Innenwände keine Fundamente haben. Wernigerodes Stadträte votierten im Dezember für einen Neubau des Gebäudes von 1953. Mit ihrem Beschluss ließen die Abgeordneten die Möglichkeit offen, das Haus für 65 Jungen und Mädchen in Reddeber mithilfe eines Investor zu erneuern. Vorbehalte dagegen gab es von den Linken. Sie fürchten, dass die Stadt die Kinderbetreuung aus der Hand gibt.

Zunächst wurde ein Container-Anbau favorisiert, die Stadtwerke wünschten jedoch einen massiven Neubau. Auf der Suche nach Vorbildern für die neue Tagesstätte hatten Mitarbeiter der Stadtverwaltung im Januar neun Kitas in Magdeburg besichtigt – allesamt gebaut vom Wernigeröder Unternehmen Industriebau. Die Landeshauptstadt hat sich für eine Kombination aus Massivbau und Fertigteilen entschieden.