Hüttenrode/Neuwerk l Nachdem eine Expertenkommission Sachsen-Anhalts im Frühjahr 2018 den Antrag für das Brauchtumsfest „Grasedanz“, das nur noch in Hüttenrode und Neuwerk gefeiert wird, zur Aufnahme in die Landesliste des Immateriellen Kulturerbes befürwortete, konnte der Antrag weitergeleitet werden.

Kurz vor Weihnachten erreichte die Harzer die Nachricht, dass die Bewerbung des Grasedanzes um Aufnahme in das Immaterielle Kulturerbe von der Deutschen Unesco-Kommission nicht abgelehnt wurde. Christine-Luise Pust vom Grasedanz Neuwerk und Andreas Pawel vom Bergverein Hüttenrode, die das Verfahren angeschoben haben, werteten das als gewissen Erfolg, auf alle Fälle aber als Ansporn, jetzt noch aktiver zu werden.

Bewerbung überzeugt Unesco-Kommission

„Die Experten würdigen diesen Vorschlag als Kulturform mit langer Tradition, bei der speziell Frauen die Trägergemeinschaft bilden. Mit dem Festzug, den rituellen Einlagen und auch dem touristischen Bekanntheitsgrad stellt diese heute eine stabile Form der regionalen Fest-und Erinnerungskultur dar. Die Bewerbung ist überzeugend ausgearbeitet. Die fachlichen Begleitschreiben sind differenziert und informativ verfasst“, zitieren die Initiatoren aus dem Schreiben der Unesco-Kommission.

Nun gelte es für die Protagonisten, noch Hausaufgaben zu erledigen. Die Kommission wünscht noch ergänzend zur vorliegenden Darstellung eine kritisch-reflektierende Darstellung des Brauchtumsgeschehens während der NS-Zeit und während der Zeit der DDR. Das halten die Antragsteller für machbar.

Andreas Pawel wies in diesem Zusammenhang auf das 2015 als fünfter Band innerhalb der „Hüttenröder Edition“ herausgegebene Buch „Traditionen, Tanz und Trachten-über den Hüttenröder Grasedanz“ hin. Hier ist bereits Forschungsarbeit zu den von der Expertenrunde angeforderten Themen geleistet worden, so Pawel, der in diesem Zusammenhang vielen ehrenamtlichen Chronisten danken möchte. Voraussichtlich im Herbst 2019 wird dann über den Antrag entschieden.