Schierke l Das Dach ist und bleibt das Sorgenkind der Schierker Feuerstein-Arena – auch kurz nach dem Start der dritten Eislaufsaison. Wenn es in dem Brockenort schneit, drohen Dachlawinen. In den letzten zwei Wintersaisons lösten sich ab und an Schneemassen vom Dachoval und krachten in den Besucherbereich. Bisher waren nur Sachschäden zu beklagen. Menschen wurden nicht verletzt. Glücklicherweise.

In den vergangenen Wintern wurde die gefährdeten Bereiche notdürftig abgesperrt. Für einen gesicherten Besucherverkehr ist das aber keine Dauerlösung. Deshalb soll ein Schneefang an der Dachkonstruktion angebracht werden. Doch bis das soweit ist, wird es noch dauern. Denn es gibt Probleme bei der Realisierung des Bauvorhabens.

Kosten für Schneefang trägt Wernigerode

Dabei liegen bereits von der Stadt Wernigerode beauftragte Planungen für den Schneefang vor. Dieser soll laut Rathaussprecherin Winnie Zagrodnik um die gesamte Dachfläche herum verlaufen. „Er besteht aus einer zweireihigen, beheizten Dachreling, einem Wasserführungswinkel und, wo erforderlich, aus Wasserleitblechen, die Niederschlagswasser auf die Dachfläche führen“, erläutert Zagrodnik auf Volksstimme-Nachfrage. Die Kosten für den Schneefang trägt die Stadt Wernigerode. Die technische Ergänzung am Dach fällt nicht unter Gewährleistung.

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Mit einem Leistungsverzeichnis wurde der Errichter des Daches zur Abgabe eines Angebotes aufgefordert. Dieses Angebot ist inzwischen geprüft. Allerdings mit einem negativen Ergebnis. „Die Stadt wird das Angebot nicht annehmen, da es sich nicht um ein wirtschaftliches Angebot handelt und der Angebottext verändert wurde“, heißt es von Winnie Zagrodnik. Zu den Kosten, die der Stadt entstehen könnten, kann die Sprecherin bisher noch keine Angaben machen. Weil kein wirtschaftliches Angebot eingegangen ist, stehe auch noch kein Preis für den Schneefang fest.

Bau der Feuerstein-Arena in Schierke

Wernigerode/Schierke (jh) l An der Feuerstein-Arena in Schierke wurde von der Grundsteinlegung im Mai 2016 bis zur Eröffnung im Dezember 2017 gearbeitet. Der Bau des Eisstadions hat rund 8,9 Millionen Euro gekostet.

  • Die Feuerstein-Arena im Wernigeröder Ortsteil Schierke ist allein aufgrund der geschwungenen Dachkonstruktion ein Hingucker geworden. Morgen beginnt hier die neue Eislauf-Ära. Foto: Frank Drechsler

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  • Grundsteinlegung für die Schierker Feuerstein-Arena: Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert (links) und Walter Möller, Chef der Schierker Feuerstein GmbH, unterschreiben den Sponsoren-Vertrag. Foto: Ivonne Sielaff

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  • Bei der Grundsteinlegung für die Schierker Feuerstein-Arena im Mai 2016 versenkt Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel eine Zeitkapsel. Foto: Ivonne Sielaff

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  • Die Grundsteinlegung für die Feuerstein-Arena in Schierke erfolgt Mitte Mai 2016. Foto: Ivonne Sielaff

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  • Wegen des Wintereinbruchs in Schierke müssen die Bauarbeiten an der Feuerstein-Arena im Januar 2017 unterbrochen werden. Foto: Ivonne Sielaff

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  • Im Mai 2017, ein Jahr nach der Grundsteinlegung, liegen die Bauarbeiten an der Schierker Feuerstein-Arena voll im Zeitplan. Allerdings wird die Finanzierung des Eisstadions kritisiert. Foto: Ivonne Sielaff

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  • Die Baustelle der Schierker Feuerstein-Arenaim Juli 2017, kurz bevor die Einzelteile für die Dachkonstruktion geliefert werden.Zu dieser Zeit liegt die Förderung vorerst auf Eis. Foto: Matthias Bein

    Die Baustelle der Schierker Feuerstein-Arenaim Juli 2017, kurz bevor die Einzelteile für die...

  • Mitte August 2017 beginnen die Bauarbeiter, die auffällige Dachkonstruktion für die Feuerstein-Arena in Schierke zu montieren. Foto: Winfried Borchert/Brockenballon

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  • Die Feuerstein-Arena in Schierke nimmt Gestalt an. Die Dachkonstruktion wird Mitte August 2017 montiert.  Foto: Winfried Borchert/Brockenballon

    Die Feuerstein-Arena in Schierke nimmt Gestalt an. Die Dachkonstruktion wird Mitte August 2017 mo...

  • Einen Großteil der Bauarbeiten an der Schierker Feuerstein-Arena widmen die Arbeiter der aufwendigen Dachkonstruktion. Foto: Ivonne Sielaff

    Einen Großteil der Bauarbeiten an der Schierker Feuerstein-Arena widmen die Arbeiter der auf...

  • Bauarbeiter Patrick Supanz (von links) stößt beim Richtfest in der Schierker Feuerstein-Arena mit Wernigerodes Stadtratspräsident Uwe-Friedrich Albrecht (CDU), Walter Möller von Schierker Feuerstein, Architekt Lars Krückeberg und Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert an. Foto: Ivonne Sielaff

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  • Die Fortschritte am Schierker Eisstadion, der Feuerstein-Arena, können via Webcam auch im Internet verfolgt werden. Screenshot: Julia Bruns

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  • Im September 2017 gehen die Bauarbeiten an der Schierker Feuerstein-Arena in die Endphase. Am 15. Dezember 2017 soll die Arena eingeweiht werden. Foto: Katrin Schröder

    Im September 2017 gehen die Bauarbeiten an der Schierker Feuerstein-Arena in die Endphase. Am 15....

  • Nachdem der Schierker Feuerstein-Arena Mitte September 2017 das eigentliche Dach aufgesetzt wird, ist sie auch von weit oben gesehen ein Blickfang des Brockenortes. Foto: Matthias Bein

    Nachdem der Schierker Feuerstein-Arena Mitte September 2017 das eigentliche Dach aufgesetzt wird,...

  • Die Membran der Schierker Feuerstein-Arena erscheint von unten braun. Mitte Oktober 2017 ist kurz vor der Fertigstellung auch öfter sonntags Betrieb auf der Baustelle. Foto: Julia Bruns

    Die Membran der Schierker Feuerstein-Arena erscheint von unten braun. Mitte Oktober 2017 ist kurz...

  • Für die feierliche Eröffnung der Feuerstein-Arena in Schierke am 15. Dezember scheint Anfang Dezember 2017 alles bereit. Seit der ersten Woche des Monats wird in dem Stadion Eis produziert. Foto: Ivonne Sielaff

    Für die feierliche Eröffnung der Feuerstein-Arena in Schierke am 15. Dezember scheint A...

Solange die Dachsicherung fehlt, zahlt die Stadt bei Lawinengefahr drauf. Der Schnee auf dem Dach soll nämlich wie im vorigen Winter manuell von einer Fachfirma geräumt werden. Dafür muss die Stadt für die ganze Saison eine Hubbühne vorhalten.

Knapp 7000 Euro für Schneeräumung

In der Wintersaison 2018/19 schlugen dafür laut der Rathaussprecherin ganze 5500 Euro Miete zu Buche. Dazu kamen die beiden Schneeräum-Einsätze der Fachfirma für 700 Euro. Wieviel die Stadt die Beseitigung der weißen Pracht auf dem Dach in der aktuellen Saison kostet, ist unklar, da die Angebote noch erarbeitet werden müssen.

Auch wann der Schneefang angebaut und ob die Leistung öffentlich ausgeschrieben wird, ist offen. Aus dem Rathaus waren dazu keine Auskünfte zu holen. Die verantwortlichen Mitarbeiter seien derzeit nicht im Haus, so Winnie Zagrodnik.

Arena ab Frühjahr 2020 oben ohne

Die Lawinengefahr ist übrigens nicht die einzige Macke des Daches, das ironischerweise bereits mehrere Architekturpreise für sein Design einheimste. Kurz nach der Eröffnung Ende 2017 hatten sich an der Membran, die das Dach umspannt, unschöne Beulen gebildet, in denen sich das Regenwasser sammelte. Mit Spanngurten wurde deshalb versucht, die PTFE-Kunststoffschicht von unten zu stabilisieren.

Bei Messungen hat sich inzwischen herausgestellt, dass die Beulen wegen Fabrikationsproblemen der Membran entstanden sind. Es hilft alles nichts: Die gesamte Dachmebran muss runter, ausgetauscht und neu gespannt werden. Die Arbeiten sind nach Ende der Wintersaison geplant und sollen etwa sechs bis acht Wochen dauern. Glück im Unglück: Dafür muss die Stadt nicht zahlen. Für den Austausch der Dachmembran kommt der Errichter des Daches auf, da es sich um eine Gewährleistungsarbeit handelt.