Wernigerode l Vico Mulsow sticht aus der Menge heraus. Er ist auffallend groß und blond. Es wundert nicht, dass er sich als ein Model einen Namen gemacht hat. Ihren Anfang hat Mulsows Karriere im Harz genommen. „Ich bin vor acht Jahren in Wernigerode von einem Modelscout entdeckt worden“, blickt er zurück. „Er drückte mir eine Visitenkarte in die Hand und empfahl mir, mich bei einer Agentur in Berlin vorzustellen.“

Ein Angebot im richtigen Moment. „Damals wurde mir bewusst, dass ich mal raus aus der Kleinstadt musste – das ich mehr vom Leben wollte.“ Der gelernte Restaurantfachmann packte die Gelegenheit beim Schopfe, kündigte seinen Job im Berghotel Ilsenburg und zog nach Berlin. Dort „rutschte“ er in die Modeszene hinein.

Assisstent von Glööckler und Sarah

„Mein Lebensmittelpunkt ist seither Berlin, ich bin aber in der ganzen Welt unterwegs.“ In Modemetropolen wie Paris, Mailand und New York läuft er bei Fashionshows. Er lässt sich für die unterschiedlichsten Kampagnen ablichten, ist Markenbotschafter. Als persönlicher Assistent hat er für die Designer Sarah Kern und Harald Glööckler gearbeitet, wirkte sogar in einer TV-Doku des schillernden Modeschöpfers mit.

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Dazu kommen Aufträge als Synchronsprecher, Sänger und Schauspieler. Mulsow ist zudem hinter den Kulissen tätig, beispielsweise für Fernsehproduktionen wie „Promi Big Brother“ oder bei Modenschauen und Fotoshootings, wo er sich um das Styling von anderen Models kümmert. „Beruflich bin ich inzwischen sehr breit aufgestellt.“

Trotz aller Erfolge hat Vico Mulsow nicht vergessen, woher er gekommen ist. „Meine Mutter und meine Großmutter stammen aus Schierke.“ Er selbst ist zwar in Eberswalde geboren, doch seine Kindheit und Jugend sind mit dem Brockendorf verbunden. „Ich bin dort aufgewachsen und zur Schule gegangen. Es ist immer noch mein Schierke, ich hänge an diesem Ort.“

Stolz auf Schierker

Ob durch soziale Netzwerke wie Facebook oder über persönliche Kontakte – Mulsow hält sich auf dem Laufenden, was seine alte Heimat betrifft. So ist ihm auch touristische Wiederauferstehung Schierkes nicht entgangen. „Es ist erstaunlich, was sich in den vergangenen Jahren alles getan hat.“ Stolz ist er deshalb auf die Schierker. „Sie haben für ihren Ort gekämpft – und trotz vieler Hürden immer weiter gekämpft.“

Wie für die Feuerstein-Arena. „Ich habe dort vor über 20 Jahren das Schlittschuhlaufen gelernt“, sagt Mulsow. „Sobald es im Winter kalt genug war, ging es im Sportunterricht für uns raus – entweder zum Skifahren oder Eislaufen.“

Das sind schöne Erinnerungen, die der Harzer nicht missen möchte. Aber Mulsow erinnert sich auch an den langsamen Verfall des Natureisstadions. „Das war schon traurig.“

Begeistert von der Eisarena

Um so begeisterter ist er von der neuen Eisarena. Deshalb ließ er es sich im Dezember 2017 nicht nehmen, zur feierlichen Eröffnung vorbeizuschauen. „Die Architektur ist einmalig. Dazu ist die Arena eingebettet in die wunderschöne Natur“, schwärmt er. „Ich weiß, es gibt viele Kritiker, aber für Schierke ist es wichtig, dass in die touristische Infrastruktur investiert wird, dass weitere Angebote für den Tourismus entstehen.“

Angebote, die bekannt gemacht werden müssen. Und dabei bringt sich Vico Mulsow mit seinen Erfahrungen und seinen Kontakten gern selbst mit ein. Für die neue Imagekampagne der Feuerstein-Arena hat er einen befreundeten Fotografen nach Schierke geholt.

Fotoshooting bei minus 14 Grad

Und nicht nur das: Mulsow buchte die Models, entwickelte die Motive für die verschiedenen Fotosessions, besorgte Kostüme und Requisiten, leitete das Shooting im Ort am Fuße des Brockens. „Wir haben mehrere Tage lang fotografiert – bei minus 14 Grad. Aber es hat Spaß gemacht“, sagt er.

Unter seinen Models sind nicht nur Profis, sondern viele Schierker: Mädchen und Jungen aus dem Kindergarten, die Sportler vom Eishockey-Club ESV. „Leute aus der Region – dadurch wirken die Fotos viel authentischer.“

Einsätze wie diese sind eine Herzensangelegenheit für ihn, betont Vico Mulsow. „Schierke hat mir so viel ermöglicht. Mir ist es ein Bedürfnis, etwas zurückzugeben. Und warum soll man die Möglichkeiten nicht nutzen, die man hat?“