Schierke l Zwei Jahre Warten haben ein Ende: Für Schierker – und Besucher des Brockenortes, sobald die coronabedingten Beschränkungen im Tourismus wegfallen. Der neue Markt der Genossenschaft „Preiswert und Gut“ (PuG) ist am Dienstag, 15. Dezember, eröffnet worden. Eine Nachricht, auf die die Einwohner sehnlich gewartet haben, wie Ortsbürgermeisterin Christiane Hopstock (CDU) berichtet.

„Gerade für die Älteren sind kurze Wege zum Einkauf wichtig.“ Während der Bauzeit nach der Schließung der alten NP-Kaufhalle an der Brockenstraße mussten die Schierker für Nahrungsmittel und Waren des täglichen Bedarfs bis nach Wernigerode oder Elbingerode fahren. Wie Hopstock sagt, finden „Anwohner und Touristen nun alles, was sie brauchen – darunter viele harztypische Produkte“.

„Für die Einwohner ist dies nicht nur ein Supermarkt, es ist schon beinahe das Herz des Ortes. Hier tauscht man sich aus, hier trifft man sich, wenn auch derzeit unter Coronabedingungen“, reagiert auch Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) beim Besuch zur Eröffnung sichtlich erfreut. „Ein weiterer Meilenstein in der Schierker Ortsentwicklung ist gesetzt“, wird das Stadtoberhaupt in einer Mitteilung aus dem Rathaus weiter zitiert.

Freude in Ferienhauss-Siedlung Harzresort

„Gedankliche Luftsprünge“ macht auch Roman Plate nach der Kunde von der Neueröffnung. Der Geschäftsführer des Harzresorts mit 36 Ferienhäusern erläutert: „Das ist gut für Schierke – für unsere Gäste und auch für uns.“

So hätten Mitarbeiter des hauseigenen Restaurants Heinrich‘s bislang ebenfalls lange Wege in Kauf nehmen müssen, um Kleinigkeiten für die Küche nachzukaufen. Das habe nun ein Ende.„Dazu ist der Markt eine Bereicherung für unsere Gäste“, sagt Plate. Mitarbeiter der Ferienhaussiedlung hätten Besucher bislang explizit darauf hinweisen müssen, dass im Brockenort eine Einkaufsmöglichkeit fehle. „Das stößt heutzutage vielfach auf Unverständnis.“ Für einen Urlaubsort mit einer Strahlkraft wie Schierke sei der Markt „ein riesengroßer Vorteil“. Deshalb wünsche er den Betreibern, dass ihre Angebote Anklang finden und sie die wegen Corona „sicher nicht einfache Startzeit“ gut überstehen.

Die Eigentümergenossenschaft von PuG betont unterdessen: „Regionalität ist uns außen und innen sehr wichtig gewesen. Wir haben auf eine ortstypische Gestaltung des Gebäudes und der Räumlichkeiten geachtet und das Sortiment um regionale Produkte ergänzt“, so Vorstandschefin Helga Schulz.

Verzögerungen bei Abriss und Genehmigung

Der Abriss der alten Kaufhalle in Schierke hatte im Herbst 2018 begonnen – mit dem Ziel, bis zum Weihnachtsgeschäft 2019 die neue Filiale hochzuziehen. Dieser verzögerte sich ebenso wie der Genehmigungsprozess, sodass der Neubau erst im Mai 2020 in Angriff genommen werden konnte.

Das 1,7 Millionen Euro teure Gebäude – teilweise mit einer Holzverkleidung ähnlich des Winterbergtor-Parkhauses oder der neuen Schierker Feuerwehr außen sowie Markthallen-Optik im Innenraum – füge sich gut ins Ortsbild ein, so die Stadtverwaltung weiter.

Der neue Supermarkt verfüge zudem über einen Café-Bereich mit Kundentoilette und Wickeltisch. Diese Bereiche stünden allerdings erst zur Verfügung, wenn das Café uneingeschränkt öffnen kann. Kaffee und belegte Brötchen werde es dennoch schon jetzt geben.

Chef-Touristiker sieht positive Entwicklung

„Mit der Wiedereröffnung des Supermarktes in Schierke erhält der Standort ein wichtiges Standbein für eine nachhaltige touristische Entwicklung zurück“, blickt Andreas Meling in die Zukunft voraus, wenn wieder Gäste in den Wenigeröder Ortsteil reisen dürfen.

Der Chef der städtischen Tourismus GmbH lobt „kurze Wege, regionale Produkte und avisierte Öffnungszeiten auch am Sonntag“. Aus seiner Sicht bestätige sich, „dass die öffentlichen Investitionen der ersten Jahre jetzt viel privates Engagement freisetzen“, so Meling.