Blankenburg l Detlef Dettmer biegt vom Weg ab. „Wir schauen einmal hier herein“, sagt der Regionalbereichsbeamte der Polizei. Ein Trampelpfad führt vom Thiepark ins Gebüsch auf der Rückseite des früheren „Alt Blankenburg“. Sein Kollege Sebastian Fabich folgt ihm, ebenso Ute Nordmann und Lars Köhler vom Blankenburger Ordnungsamt. Die vier gehen regelmäßig gemeinsam auf Streife und sehen in der Stadt und ihren Parks nach dem Rechten.

Polizei und Ordnungsamt arbeiten seit Jahren zusammen. „Das funktioniert tadellos“, lobt Lars Köhler. Die Polizisten dürften etwa bei der Feststellung der Identität mehr als die Verwaltungsbeamten. „Und der Respekt vor der Uniform ist größer.“ Man plane Kontrollen etwa vor Kindergärten und Schulen und tausche sich auf kurzem Weg über Vorfälle und Beobachtungen aus – zum Beispiel über das stillgelegte Auto, das scheinbar unbewegt seit Wochen eine städtische Parkbox belegt und dessen Halter nicht auf Strafzettel reagiert. Um zu überprüfen, ob der Wagen nicht gefahren wurde, wende man den „Politessentrick“ an, verrät Köhler: Man beobachte, ob sich die Stellung des Ventils am Reifen verändere.

Rund zwei Stunden dauert die Runde, die sich das Quartett vorgenommen hat. Einmal im Monat sind sie im Schnitt unterwegs, das Ziel sind 14-tägige Rundgänge. Mitunter gehen sie Hinweisen nach. In den Büschen am Thiepark werde mit Drogen gehandelt, heißt es zum Beispiel. Doch das hätten die Kontrollen nicht bestätigt, sagt Sebastian Fabich. Die Beamten hätten dort lediglich Jugendliche angetroffen, die heimlich Zigaretten geraucht hätten, ergänzt Detlef Dettmer.

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Vernunft und Übermut

Im Sommer verbrächten viele Jugendliche ihre Freizeit in den Parks. „Wir kommen mit ihnen gut ins Gespräch“, so Fabich. Man dürfe keineswegs alle über einen Kamm scheren, sagt Dettmer. Zwar gäbe es durchaus Jugendliche, die meist aus „Übermut“ mit Lärm, Müll und Sachbeschädigung auffallen. „Es gibt aber durchaus diejenigen, die die anderen zur Vernunft bringen wollen“, weiß der Polizist.

Manchmal funktioniert das jedoch nicht: Im Sommer war Vandalismus ein Problem, weiß Sebastian Fabich. Bänke und Bäume wurden beschädigt, Pflanzen herausgerissen oder gestohlen, Flaschen und Fensterscheiben gingen zu Bruch. Vor vier Wochen wurden frische Graffiti-Sprayereien am früheren Teufelsbad entdeckt. „Das ist ein eindeutiger Hausfriedensbruch, und es kommt noch Sachbeschädigung hinzu“, sagt Detlef Dettmer.

Am Pavillon im Thiepark hat derweil jemand Müll verstreut. Fastfood-Verpackungen und Limonadenbecher liegen herum. Eine Bank wurde mit blauer Farbe beschmiert und in den Pavillon getragen. „Damit das nicht passiert, sind die Bänke eigentlich angekettet“, sagt Ute Nordmann und zeigt auf Sitzgelegenheiten, die an Laternenpfählen vertäut sind.

Auf kurzem Wege

Straftaten sind es meistens nicht, mit denen das Quartett zu tun hat. „Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, aber auch Ordnungswidrigkeiten, die wir auf kurzem Wege aus der Welt schaffen“, sagt Sebastian Fabich. Die vier nehmen den Brunnen im Thiepark ins Visier. Vor geraumer Zeit haben Unbekannte zwei Karpfen aus dem Postteich in den Brunnen gesetzt, berichtet Sebastian Fabich. Doch gesehen haben die Streifengänger die Fische noch nicht. Bis Ute Nordmann ruft: „Da ist einer!“ Die vier beraten, was mit den Tieren geschehen soll. „Bevor es Winter wird, müssen sie umgesetzt werden“, so Fabich. Wenn die Pumpe abgestellt wird, ist nicht genug Sauerstoff im Wasser.