Wernigerode l Nach dem offensichtlichen Steinwurf von einer Brücke der Bundesstraße 6 auf ein fahrendes Auto am Mittwochnachmittag gibt es einen ersten Zeugenhinweis. Eine Autofahrerin habe im fraglichen Zeitraum drei bis vier Teenager, darunter eine Jugendliche, beobachtet, so ein Sprecher des Harzer Polizeireviers am Donnerstagabend auf Anfrage.

"Die Zeugin habe berichtet, dass sie sich im Vorbeifahren schon über die Anwesenheit der Personen auf der Brücke zwischen Wernigerode und Reddeber gewundert habe", so der Leitende Einsatzbeamte vom Dienst. Dass sie mit ihrer Vermutung, dass es sich womöglich um Steinewerfer handeln könnte, letztlich Recht hatte, habe sie am Donnerstag aufgrund der Berichterstattung in der Tagespresse geschlussfolgert.

Stein zerstörte Glasschiebedach von Auto

Damit dürfte nun endgültig klar sein, dass Unbekannte am Mittwoch gegen 16.34 Uhr einen Stein von der Brücke der L 86 geschleudert und einen durchfahren Audi getroffen haben. Der Stein traf laut Polizei das Glasschiebedach und zerstörte es komplett. Der 54-jährige Fahrer aus Halberstadt geriet aufgrund der Schrecksekunde ins Schleudern, konnte das Fahrzeug aber wieder unter Kontrolle bringen. Er und seine 15 Jahre alte Tochter blieben unverletzt und erstatteten anschließend bei der Polizei Strafanzeige. Dort werden Ermittlungen wegen eines versuchten Tötungsdelikts geführt. Die Staatsanwaltschaften sehen im Werfen von Steinen auf fahrende Autos Mordmerkmale und klagen derartige Taten als Mordversuch an.

Ob das Trio schon einmal auf der B 6 zugeschlagen hat, ist unklar. Sicher ist: Am 5. November gab es im Bereich Blankenburg einen ähnlichen Zwischenfall. Ebenfalls mit einem Pkw mit Glasschiebedach und in zeitlicher Nähe gegen 15.50 Uhr. Allerdings auf der westlichen Richtungsfahrbahn der B 6. Die Polizei ermittelt nun fieberhaft und hofft zu beiden Tat auf weitere Zeugenhinweise.

Hinweise bitte unter Telefon (0 39 41) 67 42 93 an die Polizei in Halberstadt.