Infos im Überblick

Standort:

Parkplatz Angerspitze

vom 25. Juni bis 23. August

Höhe: 48 Meter

Kapazität: 36 Gondeln mit Platz für je sechs Personen

Öffnungszeiten:

Sonntag bis Donnerstag

11 bis 20 Uhr,

Freitag und Samstag

11 bis 22 Uhr

Preise:

Sechs Euro pro Person, Kinder unter zwölf Jahren vier Euro

Wernigerode l Für Höhenangsthasen ist diese Fahrt sicher nichts – doch wer sich ins Riesenrad traut, der wird mit einem imposanten Blick über die Stadt belohnt. In 48 Meter Höhe schwingen sich die Gondeln der neuesten Attraktion für Einheimische und Gäste.

Und das habe die Stadt nach dem coronabedingten Stillstand bitter nötig, wie Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) bei der Eröffnung betont. Es seien „schmerzhafte Monate“ gewesen für die Touristenstadt. „Es ist gut, dass jetzt dieses Angebot in die Stadt kommt“, sagt er. Denn durch die Absage der Großveranstaltungen wie Harz Open Air, Schokoladenfestival und Rathausfest als „Magnete, die die Touristen zu uns geholt haben, die wiederum zur Wertschöpfung beigetragen haben“, habe Wernigerode schon genug Attraktionen verloren.

Zeichen in der Krise

Die Anziehungskraft der Feste dürfte das Riesenrad allerdings nicht ersetzen – und damit auch weniger Geld in die Kassen spülen als im Normalzustand. Das weiß auch Betreiber Sebastian Göbel, der in Summe sieben Riesenräder besitzt. „Es mildert die Krise lediglich ein wenig ab“, schätzt er ein. Denn mit einem vergleichbaren Ansturm wie bei großen Volksfesten rechne er nicht.

Bilder

Dabei könnte er ein Stück Normalität durchaus gebrauchen. „Unsere Volksfest-Tournee ist komplett ins Wasser gefallen. Wir haben den letzten repräsentativen Umsatz bei den Weihnachtsmärkten gemacht“, erzählt er. Während der Corona-Zwangspause gingen die Einnahmen auf Null, bei laufenden Kosten. „Jeden Monat war ein sechsstelliger Betrag weg“, bilanziert Sebastian Göbel.

Unterstützung in Corona-Zeiten

Die Hausbank habe zumindest die Tilgung für den laufenden Kredit ausgesetzt, doch die Rücklagen würden immer weiter schwinden. „Hier liegt vor allem die Gefahr für die Zukunft. In unserer Branche muss man sich immer neu erfinden, neu investieren“, sagt er. Und dazu brauche man eben Kapital. Wie vor drei Jahren, als er das Riesenrad erworben hat, das nun in Wernigerode steht. „Ich hoffe einfach, dass es gut angenommen wird“, zeigt sich Sebastian Göbel leicht optimistisch.

Dass die Attraktion überhaupt in die Harzstadt kommt, sei erst vor wenigen Wochen vereinbart worden. Wie Veranstalter Christian Legler erzählt, sei die Idee im Zuge der Autokino-Eröffnung zusammen mit dem Oberbürgermeister entstanden. „Ich freue mich, dass die Verwaltung sich sehr schnell dafür entschieden hat“, erzählt der Inhaber der Event­agentur Studio D4. Kontakte zu Riesenrad-Betreiber Sebastian Göbel und Caterer Mario Zinnecker, der für ein Getränke- und Imbissangebot am Boden sorgt, hätten für eine schnelle Umsetzung des Projekts gesorgt.

Kleines Stück Normalität

„Für uns ist es ein wichtiges Zeichen, überhaupt etwas zu machen. Und für die Mitarbeiter ist es ein kleines Stück Normalität und Alltag, dass sie wieder ihren Beruf ausüben können“, betont Christian Legler. Erst zu Beginn der Woche hat er gemeinsam mit weiteren Akteuren im Rahmen der Aktion „Night of Light“ für eine rot beleuchtete Brockenspitze gesorgt, um auf die Einschränkungen in der Veranstaltungsbranche aufmerksam zu machen.

In dieser Zeit sei eben noch mehr Kreativität gefragt. An Ideen mangelt es zumindest nicht. „Wir planen viele Sonderveranstaltungen, zum Beispiel einen Brunch in den Gondeln oder ein Dinner. Für Firmen würden wir gern ein Azubi-Speeddating anbieten. Eben alles, was in der Corona-Zeit möglich ist“, verrät er erste Überlegungen. Zeit dafür hat er noch genug, denn das Riesenrad an der Spitze des Angerparkplatzes wird bis zum 23. August zu einer Fahrt einladen. „Mit der Option, eine Woche zu verlängern“, so Christian Legler.