Wernigerode l Das Dröhnen der E-Gitarren ist schon von draußen zu hören. Wer das Domizil der Bandfever-Truppe, das Rockhaus in Reddeber, betritt, fühlt sich gleich mittendrin. Die Türen sind mit alten Schallplattenhüllen beklebt, auf dem Boden ein Wust an Kabeln. Musiker und Sänger selbst sind schwer am Schuften – an den Gitarren, an Drums, Keyboard, Saxophonen und an den Mikros. Nicht einmal mehr zwei Wochen, am 9. Mai, dann stehen sie mit ihrem Rocksical über Wernigerodes musikalische Vergangenheit und Klassikern aus 50 Jahren Rockgeschichte auf der Bühne.

„With a little help from my friends“ steht jetzt auf dem Probenplan. Der Beatles-Hit in der Version von Joe Cocker hat es in sich. Das legendäre Intro klingt nicht so, wie es sollte. Musiker unter sich: „Wir spielen in zwei verschiedenen Tonarten“ - „Ach, ich hab mich schon gewundert.“ – „Der Anfang muss organischer werden, das klingt noch nach Wild-West.“

Große musikalische Familie

Es bleibt viel zu tun bis zum großen Auftritt im Kik-Saal. Doch Bandfever-Erfinder und Gitarrist Wolfgang Menger ist optimistisch. „So viele Leute unter einen musikalischen Hut zu kriegen, das ist schon was Besonderes“, sagt er am Rande der Probe.

Die Bandfever-Musiker sind seit der ersten Auflage ihres Rocksicals im August 2016 zu einer großen musikalischen Familie zusammengewachsen. Mit dabei sind neben Menger unter anderem Wernigeröder Rockgrößen wie Karo Blasek und Kai-Uwe Scheffler, Peter „Pepe Brüll“ Meyer, Marco Bartels und Holger Fries. Zur Familie gehören auch Nina „Koke“ Kokemoor, Steffi Müller und Sarah Grohmann. Die drei Studentinnen singen im Background. Sarah und Steffi haben über eine Stellenanzeige zu Wolfgang Menger gefunden. „Er suchte damals ‚the voices of Bandfever‘“, blickt Steffi Müller zurück. Sie meldete sich, fuhr für einen Kaffee und eine spontane Jamsession nach Reddeber. „Es war witzig und ziemlich cool“, sagt sie. „Es hat einfach gepasst.“ Koke gehört seit Oktober 2017 zum Background-Trio. „Bis zum Auftritt im Dezember hatte ich zwei Monate Zeit. Ich habe die Songs im Schnelldurchlauf gelernt.“

Abschied von Bandfever

Die Show am 9. Mai wird wohl die letzte für die drei Sängerinnen sein. Die Studienzeit ist vorbei. Das bedeutet Abschied von Wernigerode – und auch Abschied von Bandfever. Wo es sie beruflich einmal hinverschlägt – wer weiß. „Ich bin schon ein bisschen traurig, dass bald alles vorbei ist“, sagt Steffi. „Es war ein schöner Ausgleich zum Studium. Und irgendwie gehören wir doch zusammen.“

Die Treue zur Band hält dagegen Annika Stock. Die Wernigeröderin hat ebenfalls im Background angefangen, ist inzwischen festes Mitglied und ab und an Frontsängerin. Und nicht nur das. Ihre eigene Band Lichtzeit ist nun sogar Bestandteil des Musik-Projektes.

Im Probenraum wird es wieder ernst. Zum gefüllt 25. Mal setzen die Musiker zu „With a little help from my friends“ an. Erst Keyboard, Schlagzeug, Gitarren und dann der Einsatz von Pepe Brüll am Mikro. Alles passt, die Freude ist groß. „Jetzt Enter drücken“, sagt einer. „Genauso müssen wir das am 9. Mai bringen.“

Bandfever – das Rocksical, Mittwoch, 9. Mai, 20 Uhr (Einlass 19 Uhr) im Kik, Tickets bei Eventim und in der Wernigeröder Touristinfo