Wernigerode l Wernigerodes Filmfans müssen sich gedulden. Die Volks-Lichtspiele öffnen erst im Frühjahr 2018 wieder ihre Pforten. Dabei kann sich der Gebäudekomplex in der Salzbergstraße zumindest von außen wieder sehen lassen. Die Fassade und die Fachwerk-Balken sind frisch gestrichen. Im Inneren ist jedoch noch viel zu tun.

Bei den Bauarbeiten habe es Verzögerungen geben, sagt Kirsten Fichtner. Der geplante Eröffnungstermin Ende 2017 könne nicht gehalten werden. „Auf keinen Fall“, so die Chefin der Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft (GWW). Dem städtischen Unternehmen gehört das Kino, das derzeit aufwendig modernisiert wird.

Probleme mit der Statik

Schon zu Beginn der Sanierung hatten die Bauleute mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Problematisch war vor allem der schlechte Zustand des Hauses. So stürzte beim Abriss eines angrenzenden Schuppens ein Teil der Rückwand des Gebäudes ein – so marode war das Mauerwerk. In den letzten Monaten mussten zuerst Schäden beseitigt sowie Decken und Wände stabilisiert werden.

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„Es waren viele Kleinigkeiten, die uns aufgehalten haben“, sagt Kirsten Fichtner. „Wir mussten immer wieder neu planen.“ So machte beispielsweise die Statik Probleme. „Eigentlich wollten wir den Fußboden im großen Saal erhalten.“ Dieser Plan musste jedoch verworfen werden. Die neuen Kinostühle seien doppelt so schwer wie die alten. „Das hätte der Boden nicht ausgehalten.“ Die Fußbodenaufteilung sei komplett neu gestaltet worden – zum Vorteil der Kinobesucher. „Dadurch, dass wir die Empore herausgerissen haben, gewinnen wir an Höhe“, erläutert Kirsten Fichtner. Das heißt, die Zuschauer haben später einen noch besseren Blick auf die Leinwand.

Größeres Foyer

Schon erahnen lassen die Dimensionen des neuen Foyers. Einige Wände wurden abgetragen, so dass der Bereich größer, offener und einladender wirkt. Ein langer Tresen und eine Sitzecke sind vorgesehen. „Ich kann mir vor meinem inneren Auge vorstellen, wie es einmal aussehen wird“, sagt die GWW-Chefin. Mehr verraten will sie jedoch nicht. „Das werden die Leute dann bei der Eröffnung sehen.“ Das und noch viel mehr.

Das alte Volks-Lichtspiele wird nicht wieder zu erkennen sein, ist sich Kirsten Fichtner sicher. Zwei moderne Kinosäle, ein Veranstaltungsraum, der auch vermietet wird, und als i-Tüpfelchen das 5D-Kino mit acht Plätzen. Hier werden später kurze Filme gezeigt, die nicht nur räumliches Sehen, sondern unter anderem auch den Tast- und Geruchssinn des Zuschauers ansprechen.

Ideen für Programm

Parallel zu den Bauarbeiten laufen die Planungen für das Konzept und das Programm des Kinos. „Wir arbeiten da schon ganz viel im Hintergrund“, sagt Andreas Adelsberger. Er wird das Kino als Pächter betreiben und hat bereits einige Ideen entwickelt. Zum Beispiel für eine Serie: das Wernigeröder Kulturkino, bei dem Filme abseits des Mainstreams und der großen Blockbuster gezeigt werden.

„Außerdem überlegen wir, ob wir in der ersten Woche nach der Eröffnung mit einer Art Revival 2017 starten, bei dem noch einmal die beliebtesten Filme des Jahres zu sehen sind“, verrät Adelsberger. Das hänge aber vom Eröffnungstermin ab. Mehr zum Service der Volksstimme.