Wernigerode l Bei den Schlossfestspielen in Wernigerode gibt Katharina Melnikova ihr Debüt als Gilda. „Endlich“, sagt die Sopranistin. „Diese Partie ist eine meiner Traumrollen.“ So sei die 33-Jährige auf die „Rigoletto“-Inszenierung im Harz bestens vorbereitet. „In meiner Freizeit habe ich mich lange mit Gilda befasst, spiele ihre Gesangsstücke seit vier bis fünf Jahren auf dem Klavier.“

Über ihre Verbindung zur Tochter der Hauptfigur Rigoletto sagt die Weißrussin: „Gilda ist mir sehr nahe, es passt stimmlich einfach.“ Nicht nur deshalb seien die vier Wochen in Wernigerode für sie eine „perfekte Zeit“.

Regisseur Oliver Klöter habe akribisch an der Psychologie der einzelnen Charaktere gearbeitet, was sich auf der Bühne im Schlosshof auszahle. Nicht nur er, das gesamte Team mit Sängern und Kammerorchester seien „unkompliziert, nett und hilfsbereit“. Melnikova ist sich sicher: „In diesem familiären Kreis kann jeder sein Bestes geben.“

"Rigoletto"-Premiere in Wernigerode

Wernigerode (mg) l Das Ensemble um Regisseur Oliver Klöter hat Freitag, 10. August, die Premiere der Oper "Rigoletto" bei den Schlossfestspielen in Wernigerode gefeiert.

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Harz erinnert an Graz

Zur Wohlfühlatmosphäre trage ebenso die Umgebung in Wernigerode bei. Die Sängerin erkenne große Ähnlichkeit zu ihrer Wahlheimat Graz in Österreich. „Wenn ich vom Schloss herunterblicke, habe ich sofort ein Heimatgefühl.“ Bei einigen Fahrradtouren habe sie bereits die „märchenhafte“ Stadt am Harz erkundet.

Ursprünglich stammt sie aus Smorgon im Nordwesten Weißrusslands. „Musik hat mich schon als Kind begeistert“, sagt Katharina Melnikova. Anfangs habe sie sich aufs Geigenspielen konzentriert, auch beim Studium in Minsk. „Ich habe oft in einem Sinfonieorchester gespielt – das Gefühl, Teil eines großen Organismus zu sein, war fantastisch“, erinnert sie sich.

Als sie 17 Jahre alt war, wurde man auf ihr Gesangstalent aufmerksam – bei einem Weihnachtslieder-Wettbewerb. „Alle meine Freunde wunderten sich: ‚Du kannst singen?‘“, sagt die Sopranistin schmunzelnd. „Damals hätte ich mich niemals getraut zu behaupten, eine gute Stimme zu haben.“

Gastspiele in Paris und Baden

Aus ihrem Heimatland führte sie ihr Talent nach Graz, wo sie an der Kunstuniversität Gesang studierte. 2014 folgte schließlich das Debüt in der Titelrolle in Franz von Suppés komischer Oper „Die schöne Galathée“. Gastspiele führten die lebensfrohe Künstlerin in diesem Jahr als Königin der Nacht in der „Zauberflöte“ nach Baden (bei Wien) und an die Operá Bastille in Paris, wo sie das Blumenmädchen in „Parsifal“ sang.

Als Gilda ist Katharina Melnikova erneut in „Rigoletto“ am 17., 18., 24. und 25. August auf dem Schlosshof zu hören. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr, Ausweichspielstätte bei schlechtem Wetter ist der Fürstliche Marstall. Dort gibt es zudem eine Nachmittagsvorstellung am 20. August. Karten gibt es in der Touristinformation Wernigerode und den Volksstimme-Servicestellen.