Silvester

Sturz aus vier Metern Höhe und Knochenbrüche

In der Silvesternacht ist in Wernigerode dreimal die Feuerwehr ausgerückt. Viele Patienten hielten die Mitarbeiter der Notaufnahme auf Trab.

Wernigerode l Mit erstaunlich viel Feuerwerk, aber insgesamt recht ruhig ist der Harzkreis in das neue Jahr gestartet. Das Harzer Polizeirevier in Halberstadt vermeldet 55 Einsätze im gesamten Kreisgebiet. Das sei „vergleichsweise ruhig“, schätzt ein Sprecher ein.

Partys, die gegen Infektionsschutz-Auflagen verstoßen hätten, habe es keine gegeben. Bis gestern Morgen, 6 Uhr, wurden 14 Fälle von Sachbeschädigung gemeldet und zehn Körperverletzungen gemeldet. „Die meisten im häuslichen Umfeld“, informiert der Sprecher. Außerdem gab es Ordnungswidrigkeiten hinsichtlich des missbräuchlichen Benutzens von Feuerwerkskörpern. „Das bedeutet, dass jemand Feuerwerk genutzt hat, obwohl er unter 18 Jahren alt war, oder an einem Ort, an dem es nicht erlaubt ist“, so der Sprecher.

Nach zwei Bränden in Blankenburg und Schwanebeck sind die Brandursachenermittler gefragt. Die Wernigeröder Wachbereitschaft rückte zu drei Einsätzen aus, berichtet der stellvertretende Stadtwehrleiter Marco Söchting. Um 0.20 Uhr wurden die Kameraden für eine Tragehilfe an der Himmelpforte angefordert, um 0.45 Uhr folgte ein Einsatz wegen eines Kleinbrandes: Auf der Minslebener Straße im Wohngebiet Stadtfeld waren Reste von Silvesterböllern in Brand geraten.

Gegen 1.18 Uhr riefen die Sirenen die freiwillige Feuerwehr zum Einsatz: An der ehemaligen Kaufhalle in Hasserode hatte starker Rauch auf Gefahr hingedeutet. Vor Ort zeigte sich, dass hinter dem Gebäude ein Fass in Brand geraten war. Die hauptberufliche Wachbereitschaft löschte das Feuer, die freiwilligen Kameraden konnten abrücken, so Söchting.

61 Patienten sind über den Jahreswechsel in den Notaufnahmen des Harzklinikums behandelt worden. Wie Kliniksprecher Tom Koch berichtet, waren es von Silvester, 18 Uhr, bis Neujahr, 16 Uhr, 38 Personen in Wernigerode und 23 in Quedlinburg. Während es in der Welterbestadt eher ruhig zuging, hielten zahlreiche Fälle die Mitarbeiter in Wenigerode auf Trab. Ein Sturz aus vier Metern Höhe zählte zu den schwersten Verletzungen der Silvesternacht. „Der Patient wird wegen seiner Kopfverletzungen auf der Intensivstation behandelt“, so Koch.

Wegen falscher Handhabung von Böllern wurde in diesem Jahr niemand behandelt, wohl aber einige Touristen, die wegen des Schnees einen Harzausflug unternommen hatten. Sie waren gestürzt und mussten wegen gebrochener Handgelenke und Knöchel operiert werden – „allein fünf am Neujahrstag“, so Koch. Etliche Patienten wurden aus Pflegeheimen in die Notaufnahme gebracht, darunter auch Corona-Kranke. Etliche Patienten suchten zudem wegen Hustens und Infektionskrankheiten das Harzklinikum auf.

Zwei Neujahrsbabys gab es in Wernigerode und in Quedlinburg. Um 11.38 Uhr kam in Quedlinburg Juna zur Welt. Es freuten sich die Eltern Anyra Fabienne Dambrowky und Manuel Rodenstein sowie die Geschwister Julien und Lilli. Der Junge, der um 12.50 Uhr in Wernigerode geboren wurde, braucht wie seine Mutter nach der Entbindung ärztliche Hilfe.