Wernigerode l Eine große Handtasche, möglichst randvoll gestopft mit Bargeld, persönlichen Papieren sowie Auto- und Haustürschlüssel – und all das locker über die Schulter geworfen: Quasi der Garant dafür, dass der Besuch auf dem Wernigeröder Weihnachtsmarkt nachhaltig negativ in Erinnerung bleibt, wenn Spitzbuben zuschlagen und mit der Tasche durchbrennen. Bettina Moosbauer vom Harzer Polizeirevier gibt Tipps, damit der Besuch ohne böses Erwachen über die Bühne geht:

  • Handtaschen sollten möglichst gänzlich daheim bleiben. Besser ist es, die persönlichen Dinge sowie Bargeld, Papiere und Schlüssel dicht am Körper zu tragen. Dafür bieten sich Brustbeutel, Gürtel- sowie Innentaschen an. Trickbetrüger schlagen mit besonderer Vorliebe in großen Menschengruppen zu – Weihnachtsmärkte sind ein Paradies für sie. Im Gedränge ist es für geübte Langfinger ein Leichtes, in Handtaschen zu greifen.
  • Rucksäcke sind nicht minder riskant. Auf dem Rücken getragen, ist es im Gewühle leicht, reinzugreifen und Wertgegenstände rauszufischen.
  • Getragen werden sollten sowohl Handtaschen als auch Rucksäcke, wenn man sie denn mit dabei hat, vor dem Körper. Handtaschen möglichst richtig umhängen und nicht nur locker über die Schulter.
  • Vorsicht beim Abstellen: Egal, ob am Bratwurststand oder vor dem Verkaufsstand. Eine Handtasche steht zwischen den Beinen nie sicher – zugreifen und weg drohen dann ebenso wie der unbemerkte Griff hinein. Die Polizei warnt: Es gab schon Fälle, wo sich Langfinger hockend hinter dem Vorhang von Verkaufstischen versteckt und unbemerkt lukrative Beute aus der Tasche geangelt haben.

Lieber Abspecken beim Portemonnaie

  • Bargeld ist auf Weihnachtsmärkten übliches Zahlungsmittel. Dennoch sollten Besucher es in maßvollen Mengen mitführen und dicht am Körper tragen. Das gilt auch für EC- und Kreditkarten. Fällt einem das ultimative und kostenintensivere Geschenk ins Auge, wird es jeder freundliche Händler so lange zurücklegen, bis Bargeld am EC-Automaten gezogen wurde. Obendrein bieten mehr und mehr Händler heute bargeldlose Zahlungsmethoden via Smartphone an. Obendrein sollte man sich vor dem Besuch kritisch fragen, welche persönliche Dinge man unbedingt braucht. Lieber ein Portemonnaie mit abgespecktem Inhalt und Papieren einstecken.
  • Autoschlüssel und Hausschlüssel sind in Verbindung mit Zulassung und Adress-Angaben im Ausweis die Eintrittskarte für Langfinger und Diebe. So wissen die Täter sofort, welches Auto sie vom Parkplatz entwenden können oder welche Wohnung leer geräumt werden kann. All das geschieht nach Erfahrung der Polizei in Windeseile. Beim Diebstahl von Autos droht ein zusätzliches Ärgernis: Bauen die Täter damit einen Unfall, kann der bestohlene Halter und Versicherungsnehmer in Erklärungsnöte kommen, wieso Fremde in den Besitz seines Fahrzeugs kamen.
  • Wer freundlich und nett ist, wechselt auf Bitten hin auch schon mal Geld. Aber Vorsicht: Stets Abstand halten, damit der Gegenüber keinen Einblick ins Portemonnaie bekommt. Vorsicht auch, wenn man plötzlich angerempelt wird – das ist ein beliebter Trick, um abzulenken und zeitgleich zuzugreifen. Man sollte sich auch stets darüber im Klaren sein: Greift man zwecks Geldwechsel zum Portemonnaie, wissen der Gegenüber und dessen Kumpane sofort, wo man die Geldbörse platziert hat. Gesundes Misstrauen ist ratsam.

Vorsicht vor Spendenbetrügern

  • Spenden werden gerade in der Weihnachtszeit gern gesammelt, weil die Spendenbereitschaft dann besonders hoch ist. Aber: Genau hinschauen, wofür man Geld gibt. Wer spenden möchte, kann das auch nach genauer Prüfung daheim machen. Man sollte sich keineswegs bedrängen lassen.
  • Abrüsten: Pfefferspray, Messer und andere persönliche Schutzgegenstände sollten besser zuhause bleiben. Angesichts der latenten Terrorgefahr ist mit höherer Polizeipräsenz – uniformiert und zivil – sowie Taschenkontrollen zu rechnen. Dann kann es passieren, dass derartige Gegenstände vorläufig sichergestellt werden.