Wernigerode l Mehr Schutz für Kröten auf Wernigerodes Straßen fordern viele Volksstimme-Leser auf Facebook. Die Stadt setzt zunächst auf Fangzäune. Damit soll dem Lurchentod Einhalt geboten werden.

Rathaussprecher Tobias Kascha erläutert, dass diese Art von Amphibienschutz bisher an der Landesstraße 85 Richtung Darlingerode hinter der Brauerei, am Wildpark Christianental, im Zwölfmorgental, am Langen Stieg und der B244 Richtung Schmatzfeld vor der Einmündung Reddeber aufgestellt wurde. Für Henrick Günnel, Anwohner und Krötenretter am Langen Stieg, „ist das gespannte Netz des Gartenamtes eher schlecht als recht und ein Tropfen auf den heißen Stein“.

Facebook-Nutzer Frank Rosemeyer geht noch einen Schritt weiter und fragt: „Wenn es immer dieselbe Überquerung ist, könnte man ja mal über einen Krötentunnel nachdenken,oder?“

Tunnel am Burghotel war geplant

Laut Kascha war an der Straße Langer Stieg in Hasserode bereits ein solcher Tunnel geplant: „Im Zuge der Vorplanung des Neubaus des Burghotels war mal perspektivisch vom Bau eines Krötentunnels im Langen Stieg die Rede.“ Dieses Ansinnen wurde aber bisher nicht umgesetzt.

Ganz fremd ist diese Methode der Krötenrettung der Stadt jedoch nicht. In Wernigerode gibt es im Bereich Teichmühle/Bundesstraße 244 bereits einen Tunnel. Er wurde bei der Ausweisung des Gewerbegebietes Smatvelde angelegt, informiert der Rathaussprecher. Henrik Günnel reicht das nicht aus. Wenn es viel regnet, bei warmen Temperaturen und einer damit einhergehenden hohen Wanderfrequenz der Kröten, sei er mit dem Einsammeln der Warzentiere überfordert.

„Mir fehlten die Arme eines Oktopuses, um gleichzeitig mehrere Gefahren zu bannen“, sagt er nach einem Abend im Zeichen der Kröttenrettung. Deshalb möchte er jetzt den Naturschutzbund (Nabu) kontaktieren, um mehr Unterstützung zu bekommen.