Rübeland l Der Wirtschaftsplan für den Tourismusbetrieb der Stadt Oberharz ist bestätigt worden. "Sie leisten eine tolle Arbeit", lobt Bürgermeister Frank Damsch (SPD) nach der Sitzung des Betriebsausschusses. Sie, das sind vor allem der Leiter Thomas Schult und der Marketingchef Marcus Mende.

Das Duo hat 2015 die Führung des städtischen Eigenbetriebes mit dem Kerngeschäft Rübeländer Tropfsteinhöhlen übernommen. Die Leistungskurve zeigt weiter nach oben. Bei der bekanntlich prekären Haushaltslage der Oberharzstadt keine Selbstverständlichkeit. Und bei der gestiegenen Konkurrenz von Anbietern im Harz eine echte Herausforderung. Dieser stellen sich Schult und Mende, versichern sie im Gespräch mit der Volksstimme, denn Ziel sei, das hohe Niveau zu halten. "Und das ist uns gelungen", ergänzt der Betriebsleiter.

Rund 6 Prozent zugelegt

Die Steigerung der Übernachtungszahl von 2016, die bei rund 8,7 Prozent lag, wurde 2017 nochmals erhöht, um etwas mehr als 6 Prozent, obwohl die Zahlen offiziell noch ausstehen. "Dennoch können wir wieder von einem positiven Ergebnis ausgehen. Obwohl die Bettenzahl insgesamt im Oberharz zurückgegangen ist, "haben wir eine Steigerung bei den Gästeanreisen von 12 Prozent", sagt der 34-jährige Marketing-Chef. Den Grund sieht Marcus Mende in der Zunahme der Qualität, vor allem durch die Aufnahme der heimischen Anbieter in das Online-Buchungssystem.

Köhlerverein kürt Liesel

Hasselfelde (bfa) l Angesteckt und angezapft - das wurden ein Holzkohlenmeiler und ein Fass Bier zum 24. Harzer Köhlerfest bei Hasselfelde. Zahlreiche Besucher feierten gemütlich die traditionelle Holzkohleherstellung. Der Köhlerverein kürte ein neues Köhlerliesel.

  • Angesteckt ist:  Ein Holzkohlen-Erdmeiler ist zum 24. Harzer Köhlerfest vor zahlreichen Gästen am Stemberghaus bei Hasselfelde von der Bundestagsabgeorndeten Heike Brehmer  (CDU) sowie den Präsidenten des Europäischen Köhlervereins, Karl-Josef Tieltke, und des Harzer Köhlervereins, Peter Feldmer (auf dem Mailer von rechts) mit Glut angezündet worden. Damit begann ein zweitägiges Fest rund um das alte Brauchtum der Köhlerei im Harz. Foto: Burkhard Falkner

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  • Der Köhlerchor sangzum Auftakt auch das brühmte Lied vom Köhlerliesel vor der originalgetreu hergerichteten Köhlerhütte. Er wurde verstärkt von zahlreicher Prominenz aus der Region.  Foto: Burkhard Falkner

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  • Klaus Benze (Mitte) aus der Colbitz-Letzlinger Heide erhält für seine Jahrzente langen Verdienste um den Erhalt des Brauchtums von Vereinspräsident Karl-Josef Tielke, die Ehrenmedaille des Europäischen Köhlervereins überreicht. Foto: Burkhard Falkner

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  • Peter Feldmer präsentiert die neue Köhlerliesel als Repräsentantin des Harzer Köhlervereins. Sie heißt Kim Schimkat (15) und steht in der Tradition der Hasselfelder Köhler - ist Urenkelin von Köhlerei-Urgestein Otto Kohlrusch Hasselfelde. Foto: Burkhard Falkner

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  • Mit Haken, Harke und Schaufel wird die frische Holzkohle in der Harzköhlerei am Stemberghaus geerntet. Foto: Burkahrd Falkner

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  • Mit Haken, Harke und Schaufel wird die frische Holzkohle in der Harzköhlerei am Stemberghaus geerntet. Foto: Burkahrd Falkner

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  • Vor der Verkohlung muss das Holz gehackt oder gesägt werden - hier Klaus Benze (links) und Hermann Hohmann bei dieser Arbeit. Foto: Burkhard Falkner

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  • Genießen das Fest im Harz und jedes Wiedersehen in der Harzköhlerei am Stemberghaus, wie sie sagen: Der Präsident des Europäischen Köhlervereins, Karl-Josef Tielke, und Frau Teresa aus Borchen in Nordrhein-Westfalen. Foto: Burkhard Falkner

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Höhlentheater

Im Durchschnitt betrage die Aufenthaltsdauer der Urlauber drei bis vier Tage. Wie viele Tagestouristen die Orte in der Stadt Oberharz besuchen, "das ist schwer zu sagen", so Mende und schätzte - "vorsichtig" - etwa 2 Millionen Besucher im Jahr. Für die Rübeländer Tropfsteinhöhlen könne er zwar erst im Sommer die konkrete Zahl sagen, "doch gehen wir davon aus, dass es mehr als 2016 waren." Damals wurden etwa 180 000 Besucher registriert. Die Zunahme bei den Höhlenbesuchern gehe einher mit der Steigerung der attraktiven Angebote und deren Vermarktung. Ein Renner sei das Theaterstück "Der kleine Vampir" gewesen und ein "Knaller" der Auftritt des Kabarettisten Hans-Werner Olm in Verbindung mit dem bundesweit gestiegenen Interesse an den Grottenolmen.

Ansturm auf Hängebrücke

Für die positive Tourismus-Entwicklung macht Thomas Schult als entscheidenden Faktor Investitionen in der gesamten Oberharzstadt aus. "Die Hängebrücke an der Rappbodestaumauer ist doch sensationell. Hut ab vor den Brüdern Berke", so der Betriebsleiter. Neben den Betreibern von Harz- drenalin seien weitere "Bringer im Tourismus", wie der 50-Jährige sagt, die Westernstadt Pullman City und Harzköhlerei bei Hasselfelde. Aber auch Bauer Thielecke in Tanne sei man dankbar für seine Investitionen. Ebenso jenen, die mit Hingabe und Eifer die vielen Feste ausrichten. "Das schöne ist, letztendlich profitieren von all dem Engagement alle im Harz", sagt Thomas Schult.

Imagefilm für Oberharz

Zurück zum Eigenbetrieb, dessen Hauptaufgabe die Bewirtschaftung der Höhlen im Einklang mit dem Naturschutz ist. Den rund 1,85 Millionen Euro an Erträgen stehen etwa 2,06 Millionen Euro für Aufwendungen entgegen. Ausgegeben werden unter anderen Personalkosten für die 34 Mitarbeiter plus Saisonkräfte, Strom, Mieten und Sachkosten. Erträge werden aus Höhlenbesuch, Kurtaxe und beispielsweise Parkgebühren erzielt.

Zu den neuen Projekten für dieses Jahr gehören ein Imagefilm, der kurz vor seiner Premiere steht, und die Fortsetzung der Themenhefte für spezielle Zielgruppen, mit denen auf Messen, Märkten im Internet und vor Ort geworben wird. Der Wanderbroschüre folgt nun ein Heft mit Familienangeboten. Und dann gebe es noch die Idee, spezielle Urlauber mit Hund zu locken, verrät Marcus Mende und fügt hinzu: "In erster Linie vermarkten wir unser Pfund - die Natur." In dieser Hinsicht werde ausgezeichnet mit dem Harzklub zusammengearbeitet.

Gute Zusammenarbeit

Die Harzfreunde helfen bei der Verbesserung der In-frastruktur für Wanderer. Gemeinsam mit der Arbeitsförderungsgesellschaft (AFG) und der Kreisverwaltung seien Pfade instand gesetzt, Querungshilfen, Schutzhütten und Sitzgarnituren erneuert worden. "In diesem Jahr folgt der zweite Sanierungsabschnitt," sagt Marcus Mende und stellt fest: "Auf den Wanderwegen bewegen sich heutzutage viel mehr Erholungssuchende als noch vor zehn Jahren." Deshalb sei der Tourismusbetrieb dankbar für die Unterstützung bei der Investition in diesem Bereich.

Und was machen die Touristiker im Winter? "Wir sind zu 100 Prozent für die Loipenpflege zuständig." Gespurt werde mit Unterstützung des Harzklubs und der AFG, die Koordinierung liege in den Händen von Sandra Marquardt. Bis auf die Einschränkungen durch Orkan "Friederike" und den damit verbundenen Sturmschäden "hat alles toll geklappt, die Skisportler sind auf ihre Kosten gekommen", so Schult.

Grottenolme

Mit dem Einzug des Frühlingswetters beginnt die heiße Phase für die Höhlensaison, wobei sich in den Wintermonaten das Kombi-Ticket mit dem Luftfahrtmuseum in Wernigerode und der Glasmanufaktur in Derenburg sowie die Zusammenabeit mit dem Hasseröder Ferienpark ausgezahlt habe. So wurde die Baumannshöhle gut besucht. Ab 23. März öffnet die Hermannshöhle wieder für 14 Tage. "Dann schauen wir das erste Mal, wie es unseren Grottenolmen geht, die während der Schließzeit völlig in Ruhe gelassen wurden.

Am 9. April schließt die Hermannshöhle bis Monatsende, um die Fassade zu reinigen, die Beschilderung zu erneuern und Beleuchtung auszubessern. Alles im Rahmen des sogenannten Leader-Förderprojekts. Gleichzeitig laufen die letzten Vorbereitungen für die insgesamt 60 Veranstaltungen, die vor allem im Goethesaal der Baumannshöhle stattfinden. Denn das Programm steht.