Wernigerode l Altstadtidyll, Schlossblick, ruhige Lage - so werden Ferienwohnungen in Wernigerode beworben. Besonders in der Altstadt scheinen diese Übernachtungsmöglichkeiten in letzter Zeit aus dem Boden zu schießen. „Wir gehen davon aus, dass wir in den vergangenen Jahren 100 Innenstadt-Wohnungen verloren haben, die nun an Urlauber vermietet werden“, brachte es OB Peter Gaffert (parteilos) zum Auftakt der Volksstimme-Zukunftsserie auf den Punkt.

Mangel an Wohnraum auf der einen Seite und immer mehr Ferienwohnungen auf der anderen, das geht auch vielen anderen Wernigerödern gegen den Strich. „In Wernigerode ist eine Mietwohnung für Familien deutlich unattraktiver als eine Ferienwohnung. Aber vielleicht ist eine Stadt aus Urlaubern auch gewünscht“, heißt es in einem Kommentar auf der Facebook-Seite der Volksstimme. „Allein in meiner Straße sind unzählige Ferienwohnungen in den letzten Jahren entstanden“, schreibt eine andere Nutzerin. Da müsse man sich nicht wundern, dass der Wohnraum für Einwohner immer knapper werde. „Warum schiebt die Stadt dem Ganzen keinen Riegel vor?“, fragt unser Leser Albert Alten.

Stetiger Anwuchs bei Ferienwohnungen

Doch wieviele Ferienwohnungen gibt es tatsächlich in Wernigerode? In der Altstadt seien 2018 bei der letzten umfangreichen Erfassung 126 Beherbergungsstätten gezählt worden - Hotels und Pensionen inklusive, informiert Rathaus-Sprecher Tobias Kascha auf Volksstimme-Anfrage. In einer separaten Zählung im Januar 2019 waren es bereits 156 Ferienwohnungen. Klingt viel – bei 3179 Wohneinheiten in der Altstadt liegt die „Ferienwohnungsquote“ dennoch nur bei fünf Prozent, „ungeachtet der nicht behördlich genehmigten Ferienwohnungen, die zu geringfügigen Abweichungen führen können“, so Kascha weiter.

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Aber: Tendenz steigend. Seit 2015 wurden 58 Bauanträge beim Landkreis gestellt, die einem Beherbergungsbetrieb zuzuordnen sind. Allein 2020 waren es 14. Deshalb geht man im Rathaus aktuell von etwa 170 Ferienwohnungen im Altstadtbereich aus.

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